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Kultur Leipziger Medienstiftung lobt Erich-Loest-Preis aus
Nachrichten Kultur Leipziger Medienstiftung lobt Erich-Loest-Preis aus
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11:27 17.02.2016
Erich Loest (1926-2013) bei einem Gespräch in der Leipziger Villa Ida im Jahr 2011. Quelle: LVZ
Leipzig

Er gilt als bedeutende Stimme der Stadt, ist Ehrenbürger und hat wie wohl kein anderer Leipzig zum Thema seiner Literatur gemacht: Am 24. Februar 2016 wäre Erich Loest 90 Jahre alt geworden. An diesem Tag wird nicht nur eine Bibliothek im Stadtteil Gohlis nach ihm benannt. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig lobt jetzt den „Erich-Loest-Preis“ aus.

Erstmals 2017 und dann alle zwei Jahre wird die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung bevorzugt an Autoren aus Mitteldeutschland vergeben, teilte die Medienstiftung am Mittwoch mit. Die Auswahl erfolgt über eine Fachjury aus Journalisten und Literaten, zu denen auch Loests Lebensgefährtin Linde Rotta zählt. „Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen“, sagte Rotta im Zusammenhang mit der Auslobung des Preises.

Loests Stimme fehle gerade jetzt, sagte Harald Langenfeld vom Vorstand der Medienstiftung. „Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er, der wie kaum ein anderer die jüngere deutsche Geschichte durchlebt und erlitten hat, die Ereignisse, die sich seit geraumer Zeit beinahe jeden Montag auf den Straßen Dresdens, Leipzigs und an anderen Orten abspielen, kommentiert hätte.“

„Wie James Joyce und Dublin“

Loest, der 1926 im sächsischen Mittweida geboren wurde, gehörte zu den bekanntesten Schriftstellern der DDR und des vereinten Deutschlands. Am 12. September 2013 starb Loest, der wegen Erschöpfungszuständen im Krankenhaus gelegen hatte, durch einen Sturz aus dem Fenster.

Mit Werken wie „Völkerschlachtdenkmal“, „Nikolaikirche“ oder „Reichsgericht“ rückte Erich Loest die Stadt Leipzig immer wieder in den öffentlichen Diskurs. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) spricht von einer einzigartigen Beziehung von Autor und Stadt. „Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin“, sagte Jung.

Ein wirkmächtiger Literat, gesellschaftspolitisch denkender Kopf und stetiger Mahner werde mit diesem Preis geehrt, so Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Leipziger Medienstiftung. Loest war Gründungsmitglied der Stiftung und habe dieser über Jahre wichtige Impulse gegeben. Derzeit werden die Vergaberichtlinien für den Preis ausgearbeitet.

Zu Loests 90. Geburtstag ehrt die Stadt den Literaten durch die Benennung der Stadtteil-Bibliothek Gohis in der Georg-Schumann-Straße 105, unweit seines langjährigen Wohnortes. Der offizielle Akt beginnt um 11 Uhr.

Die Jury:

Hartwig Hochstein, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung a. D. und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung, als Vorsitzender; Dr. Thomas Brückner, Autor und Herausgeber; Jan Emendörfer, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung, Ullrich Hammerschmidt, Freie Presse/Chemnitz; Prof. Dr. Josef Haslinger, Deutsches Literaturinstitut an der Universität Leipzig; Sven Felix Kellerhoff, Die Welt; Thomas Mayer, Journalist und Autor; Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung/Halle; Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Linde Rotta, Schriftstellerin; Dr. Katrin Schumacher, MDR Figaro.

Weitere Juroren sind laut Stiftung angefragt.

Von Evelyn ter Vehn

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