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Kultur Leipziger Naturfotograf Fabian Haas: "Je mehr man weiß, desto mehr sieht man"
Nachrichten Kultur Leipziger Naturfotograf Fabian Haas: "Je mehr man weiß, desto mehr sieht man"
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23:59 10.11.2014
Raben in Parks, auf Bäumen, Dächern oder Straßenschildern - auf solche Motive hat es Fotograf Fabian Haas abgesehen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Tagsüber hocken die Allesfresser auf den Feldern am Rand der Stadt und picken nach Würmern, Insekten oder Samen.

Auch dem Fotografen Fabian Haas haben es die zumeist schwarzen Vögel angetan. Naturfotografie ist eine der Spezialstrecken des 47-jährigen promovierten Biologen. Im Schnitt einmal pro Woche geht er in Leipzig auf Fotopirsch zu den Raben, die er vor allem in den Parks findet. Die Vögel, die als intelligent gelten, in der Stadt aufzuspüren ist kein Problem. "Man muss viel zu Fuß unterwegs sein, gucken, was passiert, und eine lange Brennweite haben. Dann ist man auch mal zur Stelle, wenn eine Rabenkrähe mit der Maus im Schnabel wegfliegt oder wenn zwei Raben kämpfen", erzählt er. Seit etwa zwei Jahren ist der gebürtige Süddeutsche den Corvus-Vögeln auf der Spur. "Irgendetwas Neues sieht man immer. Und je mehr man weiß, desto mehr sieht man. Mit der Zeit lernt man, einzelne Individuen zu unterscheiden", berichtet Haas. Gerade wenn die Jahreszeiten wechseln, bieten sich immer neue Motive.

Der Fotograf wuchs im Raum Stuttgart auf, hat sechs Jahre in Kenia gelebt und dort als Angewandter Taxonome gearbeitet - das heißt, er hat Arten bestimmt und die Biodiversität untersucht. 2013 ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Als neuen Wohnort hat er sich Leipzig ausgesucht. Vor wenigen Tagen nun konnte Haas seine erste Fotoausstellung zu den Rabenvögeln eröffnen. Sie ist bis zum 19. Dezember im ersten Obergeschoss der Volkshochschule in der Löhrstraße zu sehen. Der Titel lautet "Poesie und Fotografie", denn zu den Fotos gibt es lyrische Texte, die die Leipziger Theologin und Autorin Bettine Reichelt verfasst hat.

Laut Karsten Peterlein vom Naturschutzbund (Nabu) sind im Leipziger Raum Rabenkrähen, Nebelkrähen, Elstern, Eichelhäher und Kolkraben heimisch. Dazu kommen im Herbst die Saatkrähen als Zugvögel aus Russland, Polen oder Skandinavien, die hier den Winter verbringen. Mit ihnen kommen die kleineren grauschwarzen Dohlen, die teils auf Kirchtürmen brüten. "Immer mehr Elstern und Eichelhäher zieht es in die Städte, weil sie durch die monotone Landwirtschaft immer weniger Nahrung finden", so der Vogelexperte. Stadtbewohner sind wütend auf die Elstern, wenn sie das Amselnest im Blumenkasten plündern. "Aber das hängt damit zusammen, wie der Mensch mit dem Grün umgeht, dass zum Beispiel Hecken immer mehr zurückgeschnitten werden." Die Natur, so Peterlein, sei "nicht immer niedlich", es gelte "fressen und gefressen werden." Die Fotoausstellung soll dazu beitragen, bei den Betrachtern Sympathie für die Raben zu wecken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2014

Decker, Kerstin

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