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Leipziger Notenspur: Herr Kammersänger zeichnet

Leipziger Notenspur: Herr Kammersänger zeichnet

Ein Kammersänger spricht und zeichnet zugleich. Dies gibt es nur bei den Notenspur-Salons, die ab kommenden Sonntag, 9. Februar, in eine neue Runde gehen. Fünf Veranstaltungen bereitet der Verein Notenspur vor.

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Notenspur-Salons: Kammersänger Martin Petzold (Mitte) wird - begleitet von Margherita Colombo - Strawinskys "Geschichte vom Soldaten" zu Gehör bringen. Notenspur-Vereinschef Werner Schneider (rechts) freut sich.

Quelle: André Kempner

Leipzig. In den großen Salons des 19. Jahrhunderts war es üblich, dass Klassik-Liebhaber dem Pianisten oder dem Ensemble bei einem Gläschen lauschen, hinterher am Stehtisch mit den Künstlern ins Gespräch kommen. Diese Tradition hat der Verein Notenspur vor sechs Jahren aufleben lassen. "Ausländische Kollegen sind begeistert, wenn sie hören, dass es bei uns solche Salons gibt", erzählt Kammersänger Martin Petzold.

Der Tenor brilliert durch die Interpretation der Werke Bachs sowie seine Opernrollen. Doch er hat noch mehr Facetten. Beim ersten Notenspur-Salon im Konzertfoyer der Oper ist er sogar mit dem Teufel im Bunde. Als Hommage an Strawinsky, dessen Oper "The Rake's Progress" im April Premiere hat, erzählt er dessen "Geschichte vom Soldaten", der seine Seele an den Teufel verliert. Die entstammt einer russischen Märchensammlung. Petzold wird alle Rollen selbst verkörpern und blitzschnell zwischen den Personen hin- und herspringen, dabei sogar sächseln sowie ein altes Weib geben. Beste Unterhaltung scheint da garantiert.

"Ich werde außerdem versuchen, live vor dem Publikum die Figuren zu zeichnen. Das wird eine Premiere", kündigt Sprecher Petzold an, der dabei von Margherita Colombo am Klavier sowie Joshua Lutz am Schlagzeug begleitet wird. "Ich experimentiere gern und möchte neugierig bleiben bis ins Alter", sagt der Opern- und Konzertsänger, der auf vielen Bühnen zu Hause ist, und man sieht ihm dabei die Freude an. Wie in den Notenspursalons üblich, serviert die Oper am 9. Februar ab 15 Uhr ein Gedeck mit Kaffee und Kuchen. Das ist im Kartenpreis (10, ermäßigt 8 Euro) inbegriffen. Gespräche mit dem Künstler sind natürlich auch möglich.

 "Wir bieten aber noch vier weitere Veranstaltungen, ein Besuch mehrerer Salons lohnt sich", wirbt Werner Schneider, der Chef des Fördervereins Notenspur. So sind Grieg-Begegnungsstätte (16. Februar, 15 Uhr), Schumann-Haus (22. Februar, 18 Uhr),  Mendelssohn-Haus (2. März, 15 Uhr) sowie die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy (29. März, 15 Uhr) bei den diesjährigen Salons dabei. Diese vier historische Häuser gehören zu den authentischen Gebäuden, mit denen sich die Stadt Leipzig und die Notenspur-Initiative um Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste bemühen.

 Ein Highlight dürfte dabei auch die Aufführung des "cantablen Beethoven" in der Grieg-Begegnungsstätte sein. Im frühen 19. Jahrhundert wurden Instrumentalstücke des Meisters mit Text versehen. "Die Salon-Gäste können sich auf Auszüge aus einem wenig bekannten, aber amüsanten Kapitel der Beethoven-Rezeption freuen", verspricht der Notenspur-Vereinschef. Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen hat begonnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014

Mathias Orbeck

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