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Leipziger Notenspur greift nach europäischem Siegel

Leipziger Notenspur greift nach europäischem Siegel

die Musiktradition erlebbar und hörbar machen will - hat eine neue internationale Perspektive: Das Projekt strebt für die Stadt das Europäische Kulturerbe-Siegel an.

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So sieht das Siegel aus.

Leipzigs Notenspur. Hintergrund: Die Kultusministerkonferenz sortierte die Notenspur für eine Bewerbung Deutschlands als Unesco-Welterbe aus (die LVZ berichtete). Der Förderverein Notenspur findet das aber nicht weiter schlimm. Er fordert jetzt von der Stadt einen Masterplan Notenspur, um das neue Ziel anzupeilen.

Beim Unesco-Welterbe kommen hauptsächlich Baudenkmale auf die Liste. Die hat die Notenspur mit authentischen Wohnhäusern von Komponisten wie Mendelssohn, Grieg und Schumann durchaus vorzuweisen. Doch eigentlich ist das Europäische Kulturerbe-Siegel besser aufs Notenspur-Projekt zugeschnitten. "Dort können wir die Verbindung von Musik und gebauter Stadt, die das Kernanliegen der Notenspur ist, als Stärke einbringen", sagt Werner Schneider, Chef des Fördervereins. Hinzu kommt: Statt um Bewahrung des Kulturerbes gehe es beim Kultursiegel ebenso um kulturelle Wertevermittlung und Einbeziehung der Bürger - dazu gehören pädagogische Projekte für junge Leute, innovative Veranstaltungen, Kulturtourismus, die Initiative der Bürger für das kulturelle Erbe - Vieles davon gehört bereits jetzt zum Anliegen der Notenspur-Initiative. "Wenn wir die Leipziger Notenspur nicht bereits sparten- und generationenübergreifend konzipiert hätten, müssten wir sie jetzt neu erfinden, um beim Europäischen Kulturerbe-Siegel erfolgreich zu sein", sagt Schneider. Jener interdisziplinäre Ansatz der Notenspur war bisher in der Stadt durchaus umstritten. Waren die Notenspur-Entwickler gar ihrer Zeit voraus? "Das soll bei Wissenschaftlern gelegentlich vorkommen", meint der Physiker Werner Schneider lächelnd.

Auf Lorbeeren ausruhen kann sich das Team dennoch nicht: Höchstens aller zwei Jahre wird pro Land eine Stätte mit dem Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Daher sind die Plätze ähnlich rar wie jene auf der Unesco-Welterbeliste. "Von der Kultusministerkonferenz sind wir hoch eingestuft - diesen Bonus müssen wir nutzen", so Schneider. Übrigens: Als Schneider sowie Rainer Manertz für Leipziger Bachstätten unabhängig voneinander eine Unesco-Bewerbung Leipzigs vorschlugen, gab es das Europäische Kultursiegel in dieser Form noch nicht.

Wie geht es weiter? Der Notenspur-Förderverein will jetzt darauf drängen, dass der immer wieder angemahnte "Masterplan Notenspur" kommt. Denn statt Insellösungen muss jetzt ein Gesamtkonzept her, um sich spätestens 2016 zu bewerben. Früher ist wahrscheinlich unrealistisch. Projekte wie die Kleine Leipziger Notenspur - speziell für Kinder konzipiert - sowie das Leipziger Notenrad - eine Radroute auf den Spuren berühmter Komponisten - bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Letzteres haben Ämter aber wegen Geldmangels auf die lange Bank geschoben. Aber vielleicht bringt ja Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) den notwendigen Schwung mit, wenn er mit dem Förderverein und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub am 10. Juli auf Notenrad-Tour geht?

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2014

Mathias Orbeck

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