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Leipziger Sammler plant Museum für Computerspiele - Stadt will beraten

Leipziger Sammler plant Museum für Computerspiele - Stadt will beraten

In den Kellerräumen sind bis unter die Decke Computerspiele gestapelt. In Regalen lagern Konsolen, Heimcomputer, Software-CDs und Bücher. Sie zeugen von einer nicht alltäglichen Sammelleidenschaft.

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Der Computerspiele-Experte Rene Meyer aus Leipzig inmitten seiner Sammlung. Die Privatkollektion „Haus der Computerspiele“ soll in Zukunft in einem öffentlichen Museum ausgestellt werden.

Quelle: dapd

Leipzig. Der Leipziger René Meyer trägt seit mehr als 20 Jahren alles rund um den Computer zusammen. Er besitzt etwa 1.000 Konsolen und 6.000 Computerspiele. Fast täglich werden es mehr. Die Sammlung gilt als weltgrößte im Bereich der Spielkonsolen und steht im Guinness-Buch der Rekorde. Nun will der 42-Jährige damit ein eigenes Museum eröffnen.

Die Sehnsucht nach dem Silicon Valley ließ Meyer einen Sammler werden - jenem Gebiet in Amerika, das aufgrund seiner Computerpioniere bekannt geworden ist. In den 70er und 80er Jahren haben Tüftler in ihren Garagen Konsolen und Spiele erfunden. Es sei damals eine unbeschwerte Zeit gewesen, sagt Meyer. „Diese Zeit ist vorbei.“ Doch sie löste in Meyer Ende der 80er Jahre das Gefühl aus, dazugehören zu wollen. Er lernte Programmiersprachen, entwickelte erste eigene Spiele und schrieb Bücher sowie Texte über die Computertechnik.

Derweil ist die Sammlung im Keller seines Einfamilienhauses immer umfangreicher geworden. Neben den ständig neuen Spielen, die auf den Markt kamen, suchte Meyer Raritäten zusammen. So besitzt er heute mit dem IMSAI 8080 nicht nur einen der ersten Heimcomputer aus dem Jahr 1975, sondern auch die als Kult geltende Spielkonsole Vectrex mit schwarz-weißem Bildschirm. Auch Apple-Fans werden in der Leipziger Sammlung fündig. Unter anderem nennt Meyer ein Modell des Apple Lisa, den Vorläufer des berühmten Macintosh, sein Eigen.

Stadt Leipzig ist aufgeschlossen

Das alles soll in Zukunft einem großen Publikum präsentiert werden. Meyer zeigte bislang zusammen mit anderen Sammlern wie Torsten Othmer und Sebastian Bach Ausschnitte seiner Sammlung auf großen Messen und kleineren Ausstellungen. „Während der Kölner Computerspiele-Messe gamescom haben wir mehrere hundert Quadratmeter mit unseren Retro-Konsolen bestückt“, sagt Meyer. Die Resonanz sei riesig gewesen. Nun möchte der Sammler aus seinem „Haus der Computerspiele“ ein öffentliches Museum machen.

„Wir sind auf der Suche nach Partnern oder Sponsoren“, sagt der Initiator. Zahlreiche Gespräche seien dazu bereits geführt worden. Denkbar wäre eine ständige Ausstellung mit Computern und Spielkonsolen, die von den Anfängen der Computertechnik bis heute reiche. „Außerdem wollen wir auch Computerspiele ausstellen, wo, wissen wir noch nicht genau“, sagt Meyer. Geplant seien in seinem „Haus der Computerspiele“ zusätzlich Säle für Vorträge und Workshops und ein Cyber-Café sowie ein begleitendes virtuelles Museum im Internet. Dieses werde gerade parallel aufgebaut.

Der mögliche zukünftige Museumsdirektor hat dazu bereits mit zahlreichen Behörden und Organisationen Kontakt aufgenommen - unter anderem auch mit der Stadt Leipzig. Diese steht dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. „Passen Sammlungen zum Profil bestehender städtischer Museen, sind die Chancen für eine Kooperation gut“, sagt eine Sprecherin des Kulturamtes. Bei derartigen Vorhaben seien sowohl das inhaltliche als auch das Finanzierungskonzept wichtig. Bisher liege der Stadt kein tragfähiges Konzept vom „Haus der Computerspiele“ vor. Das Kulturamt biete jedoch ein beratendes Gespräch an.

Wenn es nicht gleich mit einem Museum klappt, will Meyer trotzdem weiter sammeln. Gerade erst seien 20 Kisten mit etwa 300 Büchern über den Commodore 64, einem Heimcomputer aus den 80er Jahren, von einem Spender eingetroffen. Meyers gesamte Sammlung hat vor allem ideellen Wert. „Vielleicht komme ich auf 50.000 Euro, wenn ich alles verkaufe“, sagt er. Aber verkaufen möchte der Sammler nicht. „Notfalls werde ich eine Dauerausstellung aus eigener Kraft finanzieren.“

Björn Menzel, dapd

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