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Leipziger Schau zu deutsch-amerikanischen Beziehungen beweist: „Es ist kompliziert“

Leipziger Schau zu deutsch-amerikanischen Beziehungen beweist: „Es ist kompliziert“

Sieger, Vorbild, Feindesland und Konkurrent: Die deutsche Wahrnehmung der Vereinigten Staaten besteht aus vielen, oft widersprüchlichen Facetten. Bei der neuen Wechselausstellung „The American Way.

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Ein Hin und Her zwischen Bewunderung und Enttäuschung: Im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig öffnet am Mittwoch die neue Ausstellung "The American Way - Die USA in Deutschland".

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die USA in Deutschland“ werden diese Aspekte ab Mittwoch im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig in Szene gesetzt.

Vom „Amerika der Freien“ bis zu „Ami go home“ – Kaum ein anderes Land weckt bei den Deutschen so viele Emotionen wie die USA, betont Professor Hanno Sowade, Projektleiter der Ausstellung. Die Vielschichtigkeit der historischen Verhältnisse sorgt für ein Wechselspiel zwischen Extremen. Schon das Anfangsexponat ist emotionsgeladen: große Foto-Kästen mit Aufnahmen von zerbombten Städten im Zweiten Weltkrieg, überlagert von Bewegbildern und Tondokumenten. Im starken Kontrast dazu steht die Frachttür eines C-47-Militärflugzeuges der Luftbrücke und die CARE-Pakete, mit denen die USA bei den Westdeutschen an Sympathien gewonnen hat. 

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Leipzig. Sieger, Vorbild, Feindesland und Konkurrent: Die deutsche Wahrnehmung der Vereinigten Staaten besteht aus vielen, oft widersprüchlichen Facetten. Bei der neuen Wechselausstellung „The American Way. Die USA in Deutschland“ werden diese Aspekte ab Mittwoch im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig in Szene gesetzt.

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Zwischen Bewunderung und Enttäuschung

„Wir haben großes Interesse an der Kultur auf der einen Seite und Kritik an der Politik auf der anderen“, sagte Daniel Kosthorst, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forums, am Dienstag. Die Beziehung sei also kompliziert – ein Hin und Her zwischen Bewunderung und Enttäuschung. Auch zu DDR-Zeiten ist dieses Verhältnis besonders zu sehen: Die Staatspropaganda der SED steht im großen Kontrast zu der allgemeinen Beliebtheit der amerikanischen Kultur. „Niemand wurde von der Propaganda beeindruckt“, so Kosthorst.

Vielmehr wurden vor allem die Jugendlichen durch amerikanische Filme, Musik, Fernsehen und Kulturgüter geprägt. Beim Bruce-Springsteen-Konzert 1988 in Ost-Berlin zum Beispiel spielte die amerikanische Popkultur eine indirekte aber bedeutende Rolle. Im Ausstellungsfoto halten junge Konzertgänger ein Banner mit dem Slogan: „Thüringen grüßt Bruce Springsteen“ – ein Identitätsbruch mit den abgeschafften Bundesländern der DDR und subtiles Zeichen des Widerstands.

Auch die wenigen US-Filme, die in der DDR ausgestrahlt wurden, hatten oft eine unerwartete Doppelwirkung auf der Bevölkerung, erklärt Kosthorst gegenüber LVZ-Online. Der 1970er-Spielfilm „Blutige Erdbeeren“ beispielsweise handelte von dem Widerstand der amerikanischen Studenten im Vietnamkrieg und hatte einen Welleneffekt auf viele Deutsche, so Kosthorst.

Von Elvis über McDonalds bis zur NSA-Affäre

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Auch Elvis-Exponate sind im Zeitgeschichtlichen Forum zu sehen.

Quelle: André Kempner

Der chronologische und interaktive Rundgang deckt die sich wandelnden Beziehungen der USA und Deutschland auf, vom Bombenkrieg über Vietnam bis hin zu dem neuen Element der NSA-Affäre. Dabei tauchen in der kulturellen Reise einige Klischees auf: Levis Bluejeans, Elvis, das Motorrad aus dem Film „Easy Rider“ sowie McDonalds, aber immer im zeitgeschichtlichen Kontext der deutschen Wahrnehmung. Einige Exponate haben Bezug zu Leipzig und der DDR-Epoche, wie die Übergabe der Stadt an die Sowjetunion 1945.

Informativ, unterhaltsam und zum Teil emotionsgeladen bietet die Ausstellung bis zum 12. Oktober ein breites Spektrum von Bildern und Gegenständen des „American Dreams“ aus dem deutschen Blickwinkel. Eine kostenlose App für iOS/Android unter dem gleichen Name wie die Ausstellung steht außerdem zur Verfügung.

Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, und samstags und sonntags, 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Krysta Brown

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