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Kultur Leipziger Theaterfestival besinnt sich zum Auftakt auf die Anfänge in den 90er-Jahren
Nachrichten Kultur Leipziger Theaterfestival besinnt sich zum Auftakt auf die Anfänge in den 90er-Jahren
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19:47 06.11.2015
Sylvia Camarda.  Quelle: Foto: Julian Benini
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Leipzig

 Der Kreis schließt sich am Mittwochabend in der Peterskirche. Dann zeigt der polnische Regisseur Leszek Madzik sein wortloses aber bildgewaltiges Stück „Bruzda“ über das Werden und Vergehen des Menschen im Rahmen der euro-scene Leipzig. Und damit ist er der einzige Künstler in der Jubiläumsausgabe des Theaterfestivals, der bereits beim Beginn 1991 dabei war. „Ich gratuliere Ihnen, dass das Festival immer noch existiert“, sagte er am Dienstag auf der Eröffnungs-Pressekonferenz zu Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff.

Neben Madzik, der seine symbolträchtigen Theaterwelten als Regisseur, Bühnenbildner und jetzt erstmals sogar Schauspieler entwirft, sitzt am Eröffnungstag neben den Tänzerinnen Fumiyo Ikeda und Sylvia Camarda auf dem Podium. Ikeda blickt wie Madzik auf eine lange Künstlerkarriere zurück. Sie hat vor 33 Jahren die Uraufführung von Anne Teresa De Keersmaekers „Rosas danst Rosas“ mitgetanzt. Als künstlerische Probenleiterin hat sie die gestrige Festival-Eröffnung mit einer Neuaufnahme von „Rosas danst Rosas“ im Schauspiel begleitet. Eine ausführliche Besprechung des Abends lesen Sie in der morgigen Ausgabe.

„Rosas danst Rosas“ war bereits bei der euro-scene 1992 zu sehen. „Normalerweise zeigen wir ein Stück nicht zweimal“, sagt Wolff. Doch die Lebensdauer des Stücks ist außergewöhnlich. Ebenso die Gelegenheit, aus heutiger Sicht auf das Stück zurückzuschauen. Für Wolff ist es ein moderner Klassiker. „Ein gutes Tanzstück hat, wie Musik von Bach, kein Datum“, sagt Ikeda, die auch am Mittwoch den Workshop „Re:Rosas“ leitet. Teil eines 2013 gestarteten Tanzprojekts auf den Spuren der Original-Choreografie, das über Video tanzende Laien von Brasilien bis Japan zusammenbringt.

Die Luxemburger Tänzerin Sylvia Camarda zeigt am Mittwoch und Donnerstag ihre beiden Tanz-Soli „Conscienza di terrore I“ („Gewissen des Terrors I“) und „Martyr“. Die Vertreterin der aufstrebenden Luxemburger Tanzszene greift gern aktuelle Themen aus den Nachrichten auf. „Gewissen des Terrors“ ist nicht zuletzt von den Folterbildern der US-Armee inspiriert. Bei der euro-scene sitzt sie dieses Jahr auch als Jurorin mit am runden Tisch im Schauspiel, auf dem von Freitag bis Sonntag der Wettbewerb um „das beste deutsche Tanzsolo“ ausgetragen wird.

Am Mittwoch warten auf das Publikum noch die Kurzperformances von Marie-Caroline Hominal für jeweils nur einen Zuschauer und „The Bolano Projekt“, eine Koproduktion von euro-scene, Schauspiel Leipzig und Brut Wien basierend auf dem Roman „2666“ von Roberto Bolano.

Programm Mittwoch:

Restaurant La Provence, Kleine Fleischergasse 6; 16.15 Uhr – 22.45: Marie-Caroline Hominal, Genf: „Le triomphe de la renommée“, Performance für je 1 Zuschauer à 15 Min., Deutschlandpremiere.

Peterskirche, Schletterstraße 5; 19.30 Uhr: Scena Plastyczna KUL / Leszek Mądzik, Lublin: „Bruzda“, Theaterstück, Deutschlandpremiere, anschließend Publikumsgespräch.

Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50; 19.30 Uhr: Jan Martens, Rotterdam / Antwerpen: „Sweat, baby, sweat“, Tanzstück, anschließend Publikumsgespräch.

Schauspielhaus / Diskothek, Bosestraße 1; 22 Uhr: Sylvia Camarda, Luxemburg: „Conscienza di terrore I“ & „Martyr“, zwei Tanzstücke.

Residenz (in der Baumwollspinnerei), Halle 18; Spinnereistr. 7; 22 Uhr: Compagnie notfoundyet, Wien: „The Bolaño project“, Performance, Uraufführung.

Studio Tanzerei Flugfisch (Rahmenprogramm), Gustav-Adolf-Straße 45 / Hinterhaus; 11 Uhr: „Re:Rosas“, Workshop mit Fumiyo Ikeda, Compagnie Rosas, Brüssel.

Passage Kinos (Rahmenprogramm), Hainstraße 19a; 16.30 Uhr: „Fase“, Film von Thierry De Mey nach dem gleichnamigen Tanzstück von Anne Teresa De Keersmaeker.

Infotelefon Festivalbüro: 0341 9800284; Kartentelefon Festivalkasse: 0341 2154935; www.euro-scene.de

 

Von Dimo Riess

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