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Leonie Warnke vertritt Leipzig bei den Poetry-Slam-Meisterschaften in Dresden

Leonie Warnke vertritt Leipzig bei den Poetry-Slam-Meisterschaften in Dresden

Zwischen populärer Massenveranstaltung und Underground-Attitüde befindet sich Poetry Slam gegenwärtig auf Identitätssuche. Vor rund 20 Jahren schwappte der moderne Dichterwettstreit nach Deutschland.

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Schon ein bisschen aufgeregt: Poetry Slammerin Leonie Warnke kurz vor dem Start zum National-Slam in Dresden.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Seit 1997 gibt es einen National Slam - der das mit dem "National" so genau nicht nimmt.

Exakter wäre: deutschsprachiger Slam. Mit den besten Slammern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Rund 300 von ihnen treten ab heute beim "Slam 2014" in Dresden an, um die Sieger im Einzel- und Teamwettbewerb zu küren.

Das Leipziger Fähnlein hält Leonie Warnke hoch. Die 22-Jährige hat sich im August bei den Sächsischen Meisterschaften durchgesetzt und damit das Ticket für das große Slam-Finale gezogen, das erstmals in Dresden ausgetragen wird. Heute startet sie im Team-Wettbewerb mit Katja Hofmann aus Halle als Team MfG. Donnerstag beginnt für die Studentin der Kulturwissenschaften die Einzel-Konkurrenz, Vorrunde 7, 19 Uhr, Filmtheater Schauburg. Obwohl sie, wie ein Blick in ihren Tourplan verrät, mittlerweile über reichlich Auftritts-Routine verfügt, ist die Nervosität groß. "Das ist ein Riesenfestival, alle arbeiten ein Jahr darauf hin."

Zehn Vorrunden ab Mittwoch, drei Halbfinals und am Freitagabend das Finale im Alten Schlachthof. Warnke ist auf alles vorbereitet, reist mit drei Texten an. Texte, die sie schon performt hat, die sich bewährt haben, die genau getimt sind auf die jeweils fünf Minuten ganz allein am Mikro. Die Zeitmessung wird genau genommen bei den Poetry Slams. Deshalb gilt es auch, Publikumsreaktionen wie Lacher einzukalkulieren.

Lacher gibt es häufig, denn lustige Texte dominieren seit Jahren die Szene. Was den Poetry Slams immer wieder den Vorwurf einbringt, zur Comedy-Bude zu verkommen, während Lyrik, Sprach­experiment und ernste Themen verdrängt werden. "Es geht nicht um lustig oder ernst", sagt Warnke dazu. "Es geht um gut oder schlecht." Wichtig sei der Anspruch an die eigene Qualität. Und wenn die stimme, sei es schön, Menschen zum Lachen zu bringen. Von Formaten wie dem Quatsch Comedy Club hebe sich die Slam-Szene deutlich ab. Und als Mitveranstalterin des Leipziger U20-Slams in der Villa sieht sie durchaus keine Einseitigkeit: Es fallen ihr gerade bei den Jüngeren immer wieder lyrische Texte auf. Wie die Gewichtung in Dresden ausfällt, ist ab Mittwoch zu erleben.

Sicher ist, dass es spätestens ab dem Halbfinale keine schlechten Texte mehr gibt. Die Leistungsdichte ist hoch. Der Filter des nicht ganz einfach zu durchschauenden Qualifizierungssystems über regionale Wettbewerbe funktioniert. Und wer sich durch die Teilnehmerliste wühlt, entdeckt eine gute Mischung aus vielen Talenten und Altstars wie Volker Strübing.

Andere bekannte Namen wie Bas Böttcher, einer der deutschen Slam-Pioniere, oder Vorjahressieger Jan Philipp Zymny sind schon bei der Eröffnungsgala Dienstagabend am Start. Ein nach-mitternächtliches Rahmenprogramm mit Song-Slam (Mittwoch) und Rap-Slam (Donnerstag) wertet den bis Samstag dauernden Wettbewerb außerdem auf.

Die hiesigen Slam-Helden Julius Fischer, André Herrmann und Christian Meyer, mit dem Format "Comedy mit Karsten" im MDR präsent, sind auch in Dresden: Sie gehören zum Organisationsteam, das mit rund 300 Teilnehmern verteilt auf 21 Veranstaltungen an sechs Austragungsorten jongliert. Und mit über 6000 Besuchern rechnet. Finals und ein Halbfinale sind ausverkauft. Sonst gibt es noch Karten. Wer am Mittwoch um 17.26 Uhr in Leipzig in den Zug steigt, erreicht noch Warnkes ersten Einzel-Auftritt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2014

Dimo Rieß

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