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Lesebuch zum christlichen Widerstand - Margot Käßmann würdigt mutige Christen

Lesebuch zum christlichen Widerstand - Margot Käßmann würdigt mutige Christen

Ein Lesebuch zum christlichen Widerstand ist eigentlich schwere Kost. Aber der Verlag C.H. Beck hatte ein gutes Händchen, als er die ehemalige Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann für dieses Anliegen gewann.

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Margot Käßmann: Gott will Taten sehen. Christlicher Widerstand gegen Hitler. C.H.Beck; 479 Seiten, 19,95 Euro

Quelle: Verlag C.H.Beck

Die evangelisch-lutherische Theologin, die bekannt ist für ihre Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Konsequenz, und die für viele so etwas wie das gesellschaftliche Gewissen verkörpert, hat in eben diesem Sinne die Texte sensibel kommentiert und mit einem persönlichen, authentischen Vorwort gebündelt. Sie beschönigt darin nicht das Versagen beider christlicher Kirchen, die sich mit den nationalsozialistischen Machthabern arrangierten; sie fragt sich offen, wie mutig sie selbst damals gegen die Nazis vorgegangen wäre. Und sie holt die Schicksale von couragierten Christen ans Licht, die sich gegen das menschenverachtende Hitlerregime stellten.

Zusammen mit der Zeithistorikerin Anke Silomon hat Margot Käßmann Aufsätze, Briefe und Schriften ausgewählt - von weniger bekannten Christen, wie Marga Meusel und Elisabeth Schmitz, bis zu namhaften Widerständlern wie Edith Stein, Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller. Jeder Originaltext wird eingeordnet in die historischen Ereignisse und in die Lebenslinie des jeweiligen Autors. Auch wenn dies zuweilen wikipediahafte Züge trägt, so hilft es dem Leser doch, jedes Mal konkret einzutauchen in die entsetzlichen Ereignisse jener Zeit, und die Verzweiflung, aber auch den Mut jener Frauen und Männer nachzuempfinden, die der weltlichen und kirchlichen Obrigkeit widersprachen. Viele von ihnen haben dies mit ihrem Leben bezahlt.

Insofern ist es ein sehr berührendes, aber auch lehrreiches, gut lesbares und vor allem aufrüttelndes Buch. Sie wolle dazu ermutigen "heute nicht wegzuschauen, wo Widerstand gefragt ist - selten unter Einsatz des eigenen Lebens wie zu Zeiten der NS-Diktatur", schreibt Margot Käßmann im Vorwort. Sie selbst ist bekannt für ihre Courage, sich einzumischen, auch gegen rechtsextreme Tendenzen.

Am 14. März, 17 Uhr, ist Margot Käßmann in der LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse, Halle 5, Stand A100

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.03.2013

Anita Kecke

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