Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Letzter Leipziger Zombiewalk der Dead Dudes - vom Augustusplatz zum Flowerpower

Innenstadt Letzter Leipziger Zombiewalk der Dead Dudes - vom Augustusplatz zum Flowerpower

Femi Heartmann und Daniel Deadcliff, Begründer der Leipziger Zombiewalk-Welle, packen ihre Schminkköfferchen ein, um sich auf andere Aufgaben zu stürzen. Am Samstag wollen sie noch einmal dabei sein, wenn sich wieder kunstblutverschmierte Gestalten durch die Leipziger City bewegen.

Es soll Leute geben, die „nicht darauf stehen, hirnlos und blutverschmiert durch die City zu schlürfen“, haben Femi Heartmann (links) und Daniel Deadcliff gehört. Warum es diese Menschen gibt – da sind sie überfragt.
 

Quelle: Volly Tanner

Leipzig.  Wenn ab Samstagnachmittag in Leipzig wieder von einem erhöhten Aufkommen eigenwillig sich artikulierender Hirnloser berichtet wird, ist dabei nicht nur ein zehnjähriges Jubiläum eines „Spaziergangs“ zu feiern, sondern auch ein Tränchen zu vergießen. Aus Hängeaugen. Blutunterlaufen. Femi Heartmann und Daniel Deadcliff, Begründer der hiesigen Zombiewalk-Welle und Jungs hinter den Dead Dudes, packen ihre Schminkköfferchen ein, um sich auf andere Aufgaben zu stürzen.

„Wir sind nun beim zehnten Zombiewalk angekommen und seit Jahren haben wir uns gesagt, dass wir die Zehn voll haben wollen und dann weiter sehen, ob wir auf den ganzen Kram noch Bock haben“, erzählt der im richtigen Leben Leben rettende Sanitäter Femi Heartman. „Es lief immer gut, und wir wollen aufhören, solange es gut läuft und bevor uns die Luft ausgeht. Wir hatten beim Walk immer viel Freiraum, unseren Kram so zu machen, wie wir es eben wollten, aber in Zeiten von steigender Terrorangst wird das leider immer weniger möglich sein.“

Fotorückblick

400 Zombies amüsierten am Samstag Leipzig-Besucher und hatten in der Leipziger Innenstadt einen Heidenspaß. (Bilder: Dirk Knofe)

Zur Bildergalerie

Sammelpunkt für den blutverschmierten 2017er Jahrgang ist am Samstag ab 16 Uhr der Augustusplatz. 17 Uhr beginnt dann das Schwanken und Taumeln durch die Stadt, bis es am Blumenladen des Grauens, dem Flowerpower, endet, damit dort erst die Band Störfall punkrocken und später die Doors-Coverkapelle Backdoor Evergreens wie „This is the End“ schmettert. Jim Morrison wird wieder zum Leben erweckt und tüchtig Glas an Glas gehalten.

„Ein wenig abgedriftet“

Doch was folgt nun? Ziehen sich die Herren Heartmann und Deadcliff nach Sunnydale zurück, um sich Buffy zu widmen? Nein! Weit gefehlt! Femi Heartman verrät: „Jeder verfolgt inzwischen auch eigene Projekte, so beschäftige ich mich viel mit Mittelalter und Waffen- und Rüstungsbau. Neben Zombies verkloppe ich also auch Orks und Zwerge.“ Und in die Zukunft gewiesen berichtet er weiter: „Abseits davon nutzen wir das Label ,Dead Dudes’ weiter für andere Zombie-Projekte. Aktuell ist zum Beispiel ein Zombie-Live-Rollenspiel in Planung. Ich meine, wie geil wird das denn, wenn sich 20 Leute irgendwo verschanzen, um sich gegen 100 Zombies zu verteidigen?“ Daniel seinerseits: „Ich bin ein wenig abgedriftet und beschäftigt mich jetzt mit Autos und bin in der Tuning-Szene vertreten. Hauptsächlich für japanische Autos. Aber das Nächste, was von uns gemeinsam kommen wird, ist das besagte Live-Rollenspiel, und vielleicht machen wir auch was mit Klamotten, denn das scheint heute irgendwie jeder zu machen.“

Befragt danach, was das alles soll, und besonders, ob es einen tieferen Sinn hinter all dem gibt, äußert sich Daniel schmunzelnd: „Es geht einfach um den Spaß. Es kommen sogar Eltern mit ihren Kindern und laufen mit. Mir persönlich ist es nicht klar, warum es Leute gibt, die nicht darauf stehen, hirnlos und blutverschmiert durch die City zu schlürfen.“

Der Mensch, auch der verwesende, braucht Ziele. Er braucht Hoffnung und Lösungsansätze und etwas Veränderung – und so geben die Dead Dudes zum Schluss bezüglich ihrer Rollenspielerei zu Protokoll: „Am liebsten spiele ich einen Medizinmann, der zu einem Barbarenstamm gehört und völlig verrückt ist, ständig in der dritten Person spricht und wild umherspringt. Die Live-Rollenspiele sind häufig übers Wochenende, und es wird ein passendes Gelände gemietet, zum Beispiel ein Schloss, und dann spielt man ein ganzes Wochenende lang seine Rolle. Ähnlich wollen wir es auch aufziehen. Nur erstmal einen Nacht lang und eben in einem modernen Zombie-Setting mit Gedärmen und Blut“, so Femi – und Daniel: „Danach versuchen wir uns zu vergrößern. Bis wir ein Mega-Event sind und alle stinkreich werden.“

Zombiewalk, Samstag, ab 16 Uhr, Augustus­platz; www.dead-dudes.de

Von Volly Tanner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Eine neue Ausstellung in der Galerie des Neuen Augusteums widmet sich der Geschichte der Universitätskirche sowie der Entstehung des Neubaus. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr