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„Looking for Freedom“ mit David Hasselhoff: Zeitzeugen für Wende-Dokufilm gesucht

„Looking for Freedom“ mit David Hasselhoff: Zeitzeugen für Wende-Dokufilm gesucht

„Mr. Hasselhoff, Tear down this wall!“ – so nennt sich die Profilseite eines neuen Dokumentarfilms auf Facebook. Es werden Zeitzeugen für den Streifen zum Mauerfall gesucht: Damit will das Produzenten-Team, ein deutsch-amerikanisches Ehepaar, die Geschichte der Freiheitsbewegung aus einem anderem Blickwinkel betrachten.

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Produzent Mark Hayes vor der Berliner Mauer und dem Brandenburger Tor.

Quelle: Privat

Leipzig. „Es gab so viele einflussreiche Musiker zu der Zeit, wie Bruce Springsteen, die Scorpions oder Michael Jackson, aber bisher hat sich niemand mit David Hasselhoff beschäftigt“, erklärte Produzent Mark Hayes in einem Gespräch mit LVZ-Online. „Sein Dasein hat allerdings in der ostdeutschen Wahrnehmung des Westens eine große Rolle gespielt, und dass er dazu auch einen großen Hit hatte - mit dem Wort 'Freiheit' im Titel - hat auch nicht geschadet.“

Hinter die Kulissen mit Kultheld Hasselhoff, Politikern, Flüchtlingen

Der Film dreht sich besonders um den internationalen Hit „Looking for freedom“ aus dem Jahr 1989 und bietet einen Blick hinter die Kulissen mit dem Sänger, mit Politikern und DDR-Flüchtlingen. Das Ehepaar Gabriele und Mark Hayes aus Los Angeles sieht die Geschichte des Liedes als Symbol für die Zeit – und stellen somit die Frage, ob dieser Song etwas in den Köpfen der Menschen verändert oder gar zum Mauerfall beigetragen hat.

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Leipzig. „Mr. Hasselhoff, Tear down this wall!“ – so nennt sich die Profilseite eines neuen Dokumentarfilms auf Facebook. Es werden Zeitzeugen für den Streifen zum Mauerfall gesucht: Damit will ein deutsch-amerikanisches Ehepaar die Geschichte der Freiheitsbewegung aus einem anderem Blickwinkel betrachten und stellt die Frage: Hat „Looking for freedom“ gar zum Mauerfall beigetragen?

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„Damals habe ich nicht realisiert, was das Lied für eine enorme Wirkung auf die Menschen hatte, bis ich nach der Wende durch Ostdeutschland getourt bin“, so Hasselhoff im Filmtrailer. Das Lied, so das Dokumentar-Team, sei vor allem zur „accidental anthem“ (zufälligen Hymne) des Mauerfalls geworden – und der mittlerweile 62-jährige Popstar zum zufälligen Kulthelden.

Zeitzeugen zum Hasselhoff-Konzert am Brandenburger Tor gesucht

„Wir wollen damit dieses Freiheitsgefühl der Zeit und die Reaktion der Menschen auf solche Freiheitsbegriffe, wie in dem Lied, darstellen“, so Gabriele Hayes gegenüber LVZ-Online. „Obwohl das einzige, was wir verstehen konnten, diese Phrase 'Looking for Freedom' war“, sagte sie lachend. Wie vielen ihrer jungen Kommilitonen ging es der ehemaligen Jenaerin eher darum, das Wort „Freiheit“ anzusprechen. Um diese subtilen Auswirkungen zu verdeutlichen, sucht das Team vor allem Zeugen, die beim Silvesterkonzert 1989 vor dem Brandenburger Tor dabei waren, als Hasselhoff mit Lampenjacke auf der Mauer tanzte.

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David Hasselhoff in seinem Element: Auf der Bühne.

Quelle: Privat

Natürlich war das Lied allein kein Auslöser des Mauerfalls, so die beiden Filmemacher. Trotzdem dürfe der Einfluss nicht unterschätzt werden: „Es war ein spaßiges Lied zu einem sehr beunruhigenden Zeitpunkt“, erklärte Mark. „Das ist sein echter Wert. Junge Leute, die über die Freiheit gesungen haben – das hätte der Regierung bestimmt nicht besonders gefallen.“

Die Hayes hoffen, dass der Film auch als positives Vorbild in anderen Ländern mit solchen Freiheitsbedrohungen gesehen werden könnte, wie zum Beispiel in Nordkorea. „Vielleicht werden andere dabei inspiriert“, sagte Mark. „Der Film deutet die Möglichkeit an, dass andere Länder ihre zufällige Hymne zur Menschenbewegung finden können.“

Eine überraschende Liebe und die persönliche Suche nach Freiheit

Auch die persönliche Geschichte des Ehepaars könnte als Freiheitssymbol verstanden werden: 1985 haben sich der Amerikaner Mark und die Thüringerin Gabi beim Trampen kennengelernt. Er war unterwegs als Fotograf, der Abenteuer suchte, und sie als Englisch- und Russisch-Studentin. Ihr Auto hatte damals eine Panne und er half ihr – und bald funkte es.

Durch Briefe hielten sie den Kontakt zueinander, sogar bis zum Heiratsantrag. Kurz vor der Wende gaben sie sich das Ja-Wort. „Damals wusste niemand, was in der nächsten Zeit passieren würde“, sagte Mark. „Wir hatten nur eine Chance, an einem bestimmten Tag Ostdeutschland zu verlassen, und uns nie wieder hier blicken zu lassen.“ Er wollte bleiben, aber Gabi sah eine größere Chance in den USA: Sie wollte die Freiheit.

Nun leben und arbeiten sie in Los Angeles sowie in Dallas, Texas und Jena. Als Vorgänger zur Hasselhoff-Doku hatte das Paar bereits vor zwanzig Jahren einen Wende-Film gedreht, damals zum Thema Alltagsänderungen der Ostdeutschen.

Rechtzeitig zum 25. Jubiläum des Mauerfalls soll der Film fertig sein und danach beim DOK-Fest Leipzig sowie anderen Dokumentarfilmfesten eingereicht werden. Für die Teilnahme in der Doku können sich Interessierte auf der Facebook-Seite anmelden oder ihre persönliche Geschichte an zeitzeugen1989@web.de schicken.

Krysta Brown

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