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Lucille - Gast und große Hilfe für Leipzigs Stadtgeschichtsmuseum

Lucille - Gast und große Hilfe für Leipzigs Stadtgeschichtsmuseum

In Leipzigs Stadtgeschichtsmuseum wird gerade wieder ein Stück Städtepartnerschaft mit Lyon gelebt: Lucille Payen ist zu Gast. 27 Jahre alt, ausgebildet und daheim eigentlich auch tätig als selbstständige Stadtführerin.

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Hat fürs Stadtgeschichtsmuseum unter anderem diese alte Handschrift übersetzt, in der ein Mann sich auf poetische Weise von seiner Liebsten trennen wollte: Lucille Payen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Hierher kam ich allerdings im Rahmen eines Austauschprogramms für junge Museumsmitarbeiter", erzählt sie.

"Mich interessiert immer die Geschichte einer Stadt und so wurde mir auch Leipzigs Museum für Stadtgeschichte empfohlen", kommt ihre schlichte Erklärung mit einem Lächeln in bereits ganz verständlichem Deutsch daher. Zudem fand sie den Vergleich spannend: Lyon und Leipzig hätten außer dem "L" als Anfangsbuchstaben viel Ähnlichkeit. "Beides sind Messestädte, sind traditionell eine Stadt der Händler und Kaufleute."

Die Sprache, sagt sie, habe sie schon so ein wenig in der Schule und später in ihrer Touristikausbildung kennengelernt. "Mit letzterer können wir dann in Museen, in einem Denkmal-Objekt oder eben als Stadtführer arbeiten." Und sie selbst möchte durchaus künftig in ihrer Heimatstadt im Museum tätig sein.

Jetzt aber genoss sie zunächst ihre Austausch-Zeit: Zwei Monate weilte sie an der Pleiße, morgen fährt sie wieder heim. Und ein Gast, naja, sagt Museumssprecherin Christine Becker, sei Lucille freilich schon gewesen. "In erster Linie aber auch eine echte Hilfe! Sie half uns beim Übersetzen historischer Schriftstücke", so Becker. Zuletzt saß die junge Frau zum Beispiel über einem in ihrer Muttersprache abgefassten Briefentwurf aus dem 19. Jahrhundert, der sich in einer Ladung geschenkter Bücher aus den 20er-Jahren fand.

"Die Handschrift ist zwar ein bisschen schwer zu lesen", meint Lucille, "Aber darin sagt jedenfalls ein Mann einer Frau Adieu. Es klingt alles sehr traurig und poetisch zugleich, weil er unter anderem den französischen Dichter Alfred de Musset zitiert, über Chopin spricht. Abgeschickt hat er den Brief aber eben nie".

Laut Becker befinden sich an die 30 000 solcher Autografen im Besitz ihrer Einrichtung. So manch anderes Dokument davon habe die junge Frau für die Leipziger Kollegen auch aus dem Französischen übersetzt. Darunter Texte, die jetzt die Dauerschau des Museums dem internationalen Publikum zugänglicher machen. "Was nicht zuletzt auch für den unsererseits geplanten deutsch-französischen Ausstellungsführer nützlich ist", wirft Becker ein.

Das erste Mal weilte Lucille übrigens nicht an der Pleiße. "Ich mache auch viel Theater und Musik, und in diesem Zusammenhang war ich 2010 zu einem Workshop im Lindenfels Westflügel. Aber dort haben wir so konzentriert gearbeitet - ich hatte überhaupt keine Zeit, die Stadt anzusehen", erzählt sie. Diesmal immerhin habe sie bereits die städtischen musealen Einrichtungen besichtigt, eine Stadtführung von den Museums-Mitarbeitern erhalten. "Und auf dem Flohmarkt in Lindenau war ich auch!", so Lucille strahlend. Wenn sie jetzt Leipzig Adieu sagt, möchte sie zwei Dinge mitnehmen: "Möglichst viele nette Kontakte - und ein paar Leipziger Lerchen zum Kosten für die Familie und Freunde daheim!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2014

Angelika Raulien

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