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Luisi verlässt Dresden: Unterschiedliche Auffassungen zu künstlerischen Kompetenzen

Luisi verlässt Dresden: Unterschiedliche Auffassungen zu künstlerischen Kompetenzen

Dirigent Fabio Luisi wirft in Dresden vorzeitig das Handtuch. Am Mittwoch ließ der Italiener seinen ursprünglich für 2012 geplanten Abgang über ein Hamburger Medienunternehmen verlautbaren.

Dresden. „Fabio Luisi, der Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden, hat sein Engagement in Dresden beendet“, hieß es in dem Schreiben. Als Grund wurden unter anderem „unterschiedliche Auffassungen zu den künstlerischen Kompetenzen und letztendlich zur künstlerischen Ausrichtung der Sächsischen Staatskapelle Dresden“ genannt. Luisis Kündigung erreichte das Kunstministerium in Dresden per E-Mail erst nach der offiziellen Verlautbarung.

Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) zeigte sich „verwundert“. Bisher habe Luisi in Gesprächen stets bekundet, seinen Vertrag in Dresden fortführen zu wollen. „Wir gehen davon aus, dass Fabio Luisi für weitere Gespräche auf uns zukommen wird“, sagte von Schorlemer der dpa. Luisi hatte im Sommer 2009 angekündigt, nach 2012 nicht mehr länger in Dresden bleiben zu wollen und ans Opernhaus Zürich zu wechseln. Als Nachfolger für das Amt des Chefdirigenten in Dresden steht bereits Christian Thielemann fest. Luisi war am Mittwoch für Nachfragen nicht erreichbar.

Luisis vorzeitiger Abgang kommt nicht überraschend. Allerdings sorgten die Umstände des Rückzugs an der Elbe für Staunen. Die Staatskapelle wurde in Kopenhagen auf einer Skandinavien-Tournee von der Meldung überrascht. Luisi (51) hatte die Tour aus gesundheitlichen Gründen abgesagt, für ihn sprang Neeme Järvi ein. Die Staatskapelle und die Semperoper gaben zunächst keine Stellungnahme ab. Unklar ist beispielsweise, was aus anstehenden Produktionen in der Oper wird. Luisi hatte für April die musikalische Leitung der Oper „Notre Dame“ von Franz Schmidt übernommen. Außerdem stehen im Mai noch drei Sinfoniekonzerte mit ihm auf dem Programm.

Luisis Medienberater Henry C. Brinker sprach von einer außerordentlichen Kündigung, da der bis 2012 geltende Vertrag keine Ausstiegsklausel enthalten habe. Brinkers Mitteilung war durchgehend in der dritten Person gehalten. „Der Dirigent sieht seine vertraglich festgelegten Initiativ-, Zustimmungs- und Konsultationsrechte klar verletzt“, hieß es. Offenkundig gab das geplante ZDF-Silvesterkonzert mit der Staatskapelle den Ausschlag. Das renommierte Orchester wollte den publikumswirksamen Auftritt schon mit Thielemann absolvieren. In der Rücktrittsmeldung vom Mittwoch ist von „nicht abgestimmten Gesprächen des Staatsoper- und Orchester-Managements mit dem ZDF“ die Rede.

Luisi wurde mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 GMD der Semperoper und damals mit viel Pomp ins Amt eingeführt. Eine Plakat-Kampagne stellte ihn gar in eine Reihe mit früheren Kapellmeistern wie Heinrich Schütz und Richard Wagner. Tourneen führten Luisi mit der Staatskapelle unter anderem nach Asien, in die USA und nach Abu Dhabi.

dpa

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