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Marie-Luise Marjan alias Mutter Beimer serviert in Leipzig ein Buch voller Geschenke

Marie-Luise Marjan alias Mutter Beimer serviert in Leipzig ein Buch voller Geschenke

Schauspielerin Marie-Luise Marjan, bekannt als Mutter Beimer aus der Fernsehserie "Lindenstraße", hat am Donnerstagabend in einer Leipziger Buchhandlung ihr Buch "Kindheitsträume" vorgestellt.

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Schauspielerin Marie-Luise Marjan, bekannt als Mutter Beimer aus der Fernsehserie "Lindenstraße".

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Sie lässt prominente Freunde und Bekannte wie Helmut Karasek, Hans-Dietrich Genscher oder Nana Mouskouri von ihren Lebensträumen erzählen, und entlockt ihnen so manches Geheimnis.

Die 73-Jährige kann das Publikum von Anfang an begeistern und fesseln. Mit dem Chanson "O mein Papa" stimmt sie die Anwesenden auf stimmungsvolle 90 Minuten ein. Alle Geschichten seien wie Babys von ihr, beginnt Marie-Luise Marjan ihre Lesung. Eine jahrelange Freundschaft verbindet die 1940 in Essen gebürtige Künstlerin mit der Familie Genscher. Schon beim ersten Anruf erklärte sich der ehemalige Außenminister und Vizekanzler bereit, ihr eine Geschichte für ihr Buch zu schenken.

Genscher hat ihr eine wunderbare Kindheitsstory über die Beziehung zu seinem Vater erzählt. An Weihnachten 1936 wurde Hans-Dietrich als Neunjähriger von seinem Papa beim Rauchen im Lehnstuhl erwischt, erhält die erste und einzige Ohrfeige von ihm und die Angelegenheit wurde mit den Worten "So etwas tust du nie wieder, nie wieder!" abgeschlossen. Vier Wochen später stirbt der Vater. Der Junge nimmt die Worte des Vaters ernst, übersteht 19-Jährig eine Lungentuberkulose und mit über 60 einen Herzinfarkt. Aus einem Kindheitstraum wurde für Genscher ein Kraftquell fürs Leben, der Traum wurde zur Lebenskraft.

Der Traum von Erdbeereis

und Pinocchio

Seit 28 Jahren ist Marie-Luise Marjan als Mutter Beimer in der ARD-Fernsehserie "Lindenstraße" zu sehen. Seit vielen Jahren teilt sie ihr Film-Leben mit Erich Schiller alias Bill Mockridge, einen in Deutschland lebenden kanadischen Schauspieler und Kabarettisten. Dass er seiner lieben Kollegin einen Kindheitstraum erzählt hat, war wohl selbstverständlich. Bill Mockridge träumte als Kind zuerst von einem Sheriffhaus mit Laternen davor, später von einem zehn Kugeln großen Erdbeereis und mit sieben Jahren sah er seine erste prägende Theateraufführung "Pinocchio" in der Schule. Die machte ihn so sprachlos und wühlte ihn innerlich so auf, dass er beschloss, Schauspieler zu werden.

Sein Traumtheater wurde von Jahr zu Jahr größer, entwickelte sich zu einem Lebens- und Arbeitsbereich für 50 Künstler und 100 Techniker. Leider spielte sein Vater nicht mit. Der war der Meinung, dass er erstmal einen richtigen Beruf ergreifen sollte. Mit 15 verließ Mockridge das Elternhaus und schloss sich einer Theatertruppe an. Wenig später hielt er die Zulassung zur National School of Canada in Montreal in der Hand, wo er drei Jahre Schauspiel studierte. Schon in seiner ersten Rolle erfüllte sich sein Kindheitstraum - er spielte Pinocchio.

Kein Buch ohne eine eigene Geschichte. Marie-Luise Marjan gibt auch ihren eigenen Kindheitstraum preis. Unter dem Titel "200 Prozent" berichtet sie von ihren ersten Schritten in Richtung Bühne: Als Kind kostümiert sie sich gern mit Kartoffelsack oder Gardinen, als 12-Jährige spielt sie bei einer Schulaufführung mit und beginnt, ihren Lebenstraum zu träumen. Während der Zeit am Staatstheater spielte sie um ihr Leben, ein Mal wurde sie auf der Bühne fast erdrosselt, ein anderes Mal stürzte ein Balken von der Decke. Gespielt wurde trotz Schmerz und Krankheit, auch Todesfälle in der Familie zählten nicht. Zu Feiertagen wollten die Leute im Theater unterhalten werden, "unser Weihnachten war nach der Vorstellung", so Marjan. Mit einem Augenzwinkern zum Publikum wünscht sie frohe Weihnachten, vielleicht mit ihrem Buch, dass sie nach der Lesung signierte und sich Zeit nahm, auch persönliche Worte zu wechseln.

Regina Katzer

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