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Medienwissenschaftler: Dokumentarisches im Fernsehen beliebt

Medienwissenschaftler: Dokumentarisches im Fernsehen beliebt

Für das Leipziger DOK-Film-Festival (17. bis 23. Oktober) haben in diesem Jahr so viele Filmemacher wie nie ihre Werke eingereicht. Das Festival werde für die Dokfilmer immer wichtiger, sagt DOK-Leipzig-Chef Claas Danielsen - und beklagt zugleich, dass es im Fernsehen immer weniger attraktive Sendeplätze für Dokumentarfilme gäbe.

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Blick in eine Vorstellung des DOK-Filmfestivals in Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Leipziger Medienwissenschaftler Prof. Rüdiger Steinmetz sagte dagegen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, Dokus würden im Fernsehen durchaus gezeigt - allerdings in anderen Formaten.

„Da stehen sich zwei unterschiedliche Verständnisse gegenüber“, sagte Steinmetz, Inhaber des Lehrstuhls für Medienwissenschaften und Medienkultur an der Universität Leipzig. „Hochglanz-Dokus“ wie „Terra X“ oder dokumentarische Features mit journalistischen Elementen würden im Fernsehen keineswegs in die Randzeiten verbannt. „Wenn man das alles in den großen Topf des Dokumentarischen wirft, dann stimmt es nicht, dass es weniger Sendezeit gibt.“

Nehme man jedoch den klassischen Dokumentarfilm, „der die Menschen zu Wort kommen lässt, sie begleitet und sie in ihrem Ambiente und Umfeld zeigt“, dann habe dessen Anteil am Fernsehprogramm in den vergangenen 10, 15 Jahren tatsächlich abgenommen.

Er glaube nicht, dass sich diese Entwicklung umkehren lasse, sagte Steinmetz, der auch dem Kuratorium des Hauses des Dokumentarfilms in Stuttgart angehört. Dokumentarisches sei nun mal nicht per se ein Zuschauermagnet. „Deswegen wurden ja die neueren Formate erfunden. Man versucht, das Material fürs Fernsehen attraktiver aufzubereiten, mit kurzen Schnitten, Handkameras und Effekten wie Superzeitlupe und Zeitraffer.“

Aussterben werde der breiter und tiefer angelegte Dokumentarfilm aber sicher nicht, sagte Steinmetz. „Das Publikum ist ja nicht nur ein einheitliches, sondern es gibt ganz viele nebeneinanderher, die sich teilweise überschneiden.“ Es gebe genug Menschen, die sich Dokumentarfilme um Mitternacht anschauten oder in Arthouse-Kinos. „Nur sind das eben die Wenigeren, und die Anderen sind die, die peppig aufbereitete Formate sehen.“

Birgit Zimmermann, dpa

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