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Kultur „Mehr als Schmierereien“ – Viertes Streetart- und Graffiti-Festival in Leipzig
Nachrichten Kultur „Mehr als Schmierereien“ – Viertes Streetart- und Graffiti-Festival in Leipzig
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15:55 11.07.2016
Das Streetart- und Graffiti-Festival Urban Up 2016 findet vom 14. bis 17. Juli in Leipzig statt. Quelle: Urban Up
Leipzig

Bei Streetart denken viele an Spraydosen, bunte Kritzeleien an Häuserwänden – oder an Sachbeschädigung. Vor allem Graffiti wird mehr als Vandalismus denn als Kunstform betrachtet. Weg von diesem Image will das Urban Up. Das Streetart- und Graffiti-Festival bringt vom 14. bis 17. Juli ein breites Programm rund um das Thema in die Messestadt.

„Leipzig ist eine sehr bunte Stadt, hat eine große Szene“, erklärt Chris, Mitorganisator und Begründer des Urban Up, gegenüber LVZ.de. Deswegen veranstaltet er das Festival gemeinsam mit einem Team von etwa zehn Personen bereits zum vierten Mal. „Wir wollen die andere Seite von Graffiti aufzeigen. Dahinter steht viel mehr als Schmierereien und Vandalismus.“

Paste-Ups, Stencils und Sticker

Mit Workshops, Filmvorführungen und Gesprächen wollen die Veranstalter Interessierten die Szene näher bringen. Mehr als 30 Künstler aus ganz Deutschland, Spanien und Neuseeland präsentieren an drei Tagen ihre Arbeiten im Soziokulturellen Zentrum „Die Villa“. Dabei kann man den Sprayern nicht nur über die Schulter schauen.

Wer selbst Hand anlegen will, probiert die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten aus. Paste-Ups – also Motive auf Papier, die mit Kleister auf freien Flächen angebracht werden –, als Stencils bezeichnete Schablonen-Bilder, Sticker und Graffiti – all das gehört zu Streetart.

Am Rand der Illegalität

Zusätzlich zur Ausstellung können die Arbeiten auch im urbanen Raum betrachtet werden – wo genau ist noch geheim. „Wir verteilen bei den Veranstaltungen Karten, die verraten, wo in der Stadt unsere Paste-Up-Areas sind“, erklärt Organisator Chris. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass viele Künstler ihre Werke auch auf öffentlichen Flächen anbringen wollen. Sofern die Wände nicht für Graffiti und co freigegeben wurden, ist das allerdings verboten.

„Uns als Veranstaltern ist bewusst, dass sich Streetart an der Grenze zur Illegalität bewegt. Deswegen bieten wir die Möglichkeit, sich im Rahmen der Workshops auszuprobieren“, so Chris. Dabei soll das Festival auch auf diese Diskrepanz hinweisen. In Leipzig gebe es zu wenig legale Flächen, findet Chris. „In anderen Städten sind viel mehr Bereiche für Streetart freigegeben. In Dresden zum Beispiel entstehen dadurch einfach weniger illegale Graffiti.“

Auftakt am Donnerstag

Der Auftakt für das Streetart-Wochenende ist ein Kinoabend im UT Connewitz. Am Donnerstag wird neben „Banksy in New York“ die Leipzig-Premiere von „Girl Power“ gezeigt. Der Film wirft einen Blick auf weibliche Künstler in einer von Männern dominierten Szene. Mehr zur Graffiti-Geschichte der Messestadt erfahren Interessierte am Freitag bei einem Vortrag in der „Villa“. Sonnabend findet außerdem im Kulturcafé Manfred im Leipziger Süden eine Aftershow-Party statt.

Die Workshops, Ausstellung und Vorträge sind kostenfrei. Filmvorführungen und die Aftershow-Party kosten Eintritt. Das komplette Programm vom Urban Up 2016 und weitere Infos auf Facebook oder unter villa-leipzig.de.

Von Josephine Heinze

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