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Meister der leisen Töne - Liedermacher Gerhard Schöne wird 60

Meister der leisen Töne - Liedermacher Gerhard Schöne wird 60

Meißen/Berlin. Gitarre und Hut sind seine Markenzeichen, Lieder von „Meeresbezwinger Thomas“, dem „Popel“ oder „Jule wäscht sich nie“ zählen zu den Kinder-Klassikern.

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Gerhard Schöne bei seinem Besuch in der LVZ-Autorenarena während der Leipziger Buchmesse 2010.

Quelle: Andreas Döring

Liedermacher Gerhard Schöne, der Meister der leisen Töne, feiert am Dienstag (10. Januar) seinen 60. Geburtstag. Bis zu 100 Konzerte gibt Schöne jedes Jahr, mit seinen Programmen für Kinder und Erwachsene füllt er Konzertsäle, Kirchen und Stadthallen. Zusammen mit seiner Frau und fünf Kindern lebt der Sänger in Meißen bei Dresden.

Seinen Ehrentag will Schöne besinnlich im Kreis der Familie feiern. Zum Geburtstag gibt es eine alte Tradition: Den Weg von der Küche bis zum Geburtstagstisch beleuchten Kerzen - eine für jedes Lebensjahr des Geburtstagskindes. „Wenn wir dann gemeinsam den Weg abschreiten, erinnern wir uns an wichtige und prägende Ereignisse.“ Schöne erinnert sich gut - an seine Kindheit, die er als Pfarrerssohn in seiner Geburtsstadt Coswig in der Nähe von Dresden verbrachte, an die Geburt seiner Kinder und daran, wie er zur Musik fand.

Ein wahrer Zick-Zack-Kurs: Schöne machte zunächst eine Ausbildung zum Kunstschmied, arbeitete als Briefträger, studierte nebenher Unterhaltungsmusik, leistete Ende der 70er Jahre seine Wehrpflicht als Bausoldat. Abends flüchtete er sich in den Kühlschrankraum, komponierte dort fast alle Lieder des Albums „Kinderland“. „Ich wollte dem tristen Armeealltag in eine andere Welt entfliehen“, erzählt Schöne. Dort entstanden auch Figuren wie Jule und Thomas - ein fantasievoller Tribut an die eigene Kindheit.

Seit 1979 arbeitet er freiberuflich als Liedermacher. Die erste Platte „Spar deinen Wein nicht auf für morgen“ (1981) und Kinderalben wie „Kinderland“ (1982) machten ihn rasch innerhalb und über die DDR hinaus bekannt. Seine Schallplatten für Erwachsene und Kinder wurden millionenfach verkauft. Konzerte und Gastspiele führten ihn unter anderem in die Schweiz, die USA, nach Schweden, Polen und Brasilien.

Er veröffentlichte seit 1989 nach eigenen Angaben 25 Alben. Auch als Kinderbuchautor machte sich Schöne einen Namen: In „Wenn Franticek niest“ (2008) schrieb er zu Zeichnungen seines Sohnes Geschichten auf. Und pünktlich zum Geburtstag erscheint sein neues Album „Die Lieder der Briefkästen“, mit dem er derzeit durch Deutschland tourt.

„Es ist bewundernswert, wie er es immer wieder schafft, so kreativ zu sein“, sagt Klaus Koch, Chef des Labels Buschfunk, das Schöne seit Jahren managt. Seine größte Stärke: „Er kann Geschichten von Menschen erzählen, hat eine gute Beobachtungsgabe“, so Koch. Und Schöne sei längst kein ostdeutsches Phänomen mehr - auch nach der Wende wurden mehr als eine halbe Million Platten verkauft. Seine Lieder gehören laut Musikverlag im deutschsprachigen Raum zu den am meisten in Geschenk-, Kunst- und Schulbüchern abgedruckten Texten.

In den kleinen Dingen des Lebens findet Gerhard Schöne seine Geschichten: Da gibt es die Pfütze, die sich das Leben von unten besieht oder den Brief einer Frau an ihr Ungeborenes. Seine Geschichtenlieder sind poetisch und fantasievoll, eine „Mischung aus Nonsens und Hintersinn, Fröhlichkeit und Traurigsein“, schrieb die „Berliner Zeitung“ nach einem Konzert Schönes.

Sein Alter nimmt Schöne gelassen. „Ich betrachte es als zweite Kindheit.“ Es gehe darum, neugierig zu bleiben, die Spielfreude zu behalten und über alles Große wie etwa die Natur staunen zu können. Stoff für neue Geschichten gibt es genug. „Aber ich setze mich nicht mehr unter Druck, ich warte bis die Muse mich küsst“, sagte Schöne.

Christiane Raatz, dpa

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