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Michael Kölmel startet Filmverleih - Geschäft in der Burgstraße schließt

Michael Kölmel startet Filmverleih - Geschäft in der Burgstraße schließt

Die gute Nachricht: Leipzig bekommt nach dem Wegzug von Studiokanal nach Berlin endlich wieder einen Kinoverleih. Die schlechte Nachricht: Das Geschäft von Zweitausendeins, 2007 in der Burgstraße eröffnet, schließt Ende Oktober.

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Kinowelt-Gründer Michael Kölmel (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Die fünfstellige Monatsmiete ist mit den sinkenden Umsätzen nicht zu bezahlen.

Michael Kölmel, der Zweitausendeins 2006 kaufte, ist seit einiger Zeit dabei, den Verlag von den eigenen 14 Läden zu trennen. Die in Freiburg, Köln, Stuttgart, wahrscheinlich auch Hamburg, schließen, Frankfurt/Main wird Ende Juni als Franchise-Unternehmen weitergeführt. Bis 2016 soll die Trennung von allen Geschäften gelaufen sein. Wie viele es dann noch geben wird, ist offen.

In Leipzig wird nun ein unabhängiger Buchhändler gesucht, der in der City die Produkte von Zweitausendeins im Sortiment führt. Denn Zweitausendeins macht trotz der schwierigen Marktsituation weiter, auch mit dem Standbein Online-Versand. Gerade steht wieder eine verlegerische Großtat an: Weihnachten erscheinen in elf Bänden die Tagebücher von Edmond und Jules de Goncourt, den schriftstellernden Brüdern. Eine sehr privat gesehene Geschichte des 19. Jahrhunderts. Sittenstudien über Frankreichs Revolutionsjahre und das Empire, voll von Anekdoten, Klatsch und Witz.

Michael Kölmel verspricht sich einiges von diesem Werk, nachdem die Tagebücher des Briten Samuel Pepys aus dem 17. Jahrhundert bereits auf großes Aufmerksamkeit gestoßen sind. Immer noch machen Bücher bei Zweitausendeins den größten Umsatz, gefolgt von Musik (fallend) und Film (stark wachsend). Da ist Michael Kölmel immer auf der Suche nach Premieren. Nun ist ihm ein Coup gelungen. Mitte Juli erscheint erstmals William Shakespeares "Falstaff" (1965) von Orson Welles. Die berühmten Schlachtszenen waren für Peter Jackson das Vorbild für die große Schlacht in "Herr der Ringe". Auch bei Dokfilmen gibt es Premieren - vom Porträt eines Beckmann-Sammlers bis zu einer Geschichte der Entwicklung von Elektro-Autos.

Aber nun will Michael Kölmel ja auch wieder, nachdem er mit der Filmaufbau Leipzig bereits Produzent geworden ist ("Tom Sawyer", "Die Abenteuer des Huck Finn"), in den Filmverleih einsteigen. Weltkino könnte die Firma heißen, die künftig zwischen acht und zehn Filme jährlich ins Kino bringen will. Mit seinem Partner Dietmar Gütsche, Produzent der Neuen Bioskop München, ist Michael Kölmel bei den Filmfestspielen in Cannes bereits ein Coup gelungen. Bei einem Essen mit Frankreichs Meisterregisseur François Ozon ("8 Frauen", "Swimming Pool", "Das Schmuckstück") brachte er ihn dazu, die Rechte an "Jeune et jolie" an seine Firma zu geben, die es noch gar nicht gab. Andere, große deutsche Verleiher, die Schlange standen, hatten das Nachsehen. Wahrscheinlich Ende des Jahres kommt der Film ins Kino. Zweiter Film, der bereits Weltkino gehört: "Once upon a Forest", der neue Dokfilm von Luc Jacquet ("Die Reise der Pinguine", "Der Fuchs und das Mädchen") über den Regenwald.

"Studiocanal hat Kinowelt nicht eins zu eins weitergeführt, sondern ist mit Output-Deals und Coproduktionen in eine andere Richtung gegangen", sagt Michael Kölmel. Er will mit Weltkino nun zurück zur ehemaligen Kinowelt: Einzelne Filme, die ihm gefallen, kaufen und ins Kino bringen. Auch deutsche Produktionen, auch die Produktionen der eigenen Filmaufbau Leipzig.

Die ist mit dem Rohschnitt zu einem Dokumentarfilm über den Fußballclub Union Berlin gerade fertig - und startet im Juli mit dem Dreh zu einem Dokumentarfilm über heimliche Stars von YouTube. Deren Geschichten werden erzählt - und deren Clips in 3D noch einmal gedreht. Regie: Pepe Danquart, Oscar-Gewinner für "Schwarzfahrer".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.06.2013

Norbert Wehrstedt

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