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Mit Gummistiefeln durchs Traumland: Moritz Sembritzki mit Big Bands in der Leipziger Nato

Mit Gummistiefeln durchs Traumland: Moritz Sembritzki mit Big Bands in der Leipziger Nato

Es wird eng auf der Nato-Bühne. Denn (fast) zu klein ist die für Big Bands. Von denen es Mittwoch gleich zwei zu erleben gab. Bei einem Doppelkonzert, dessen ersten Teil die zwölfköpfige Formation mit dem echt griffigen Namen "Moritz und das große alte Problem" bestritt.

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Dirigent und Orchester: Moritz (Sembritzki) und das große alte Problem am Mittwoch beim Jazzclub-Konzert in der Nato.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Moritz nun, das ist Bandleader, Komponist und Gitarrist Moritz Sembritzki. Und was immer dessen Problem sein mag, einfallslose Musik ist es nicht. Und wie die zur Abwechslung mal gute, zumal vollbärtige 13. Fee, bringt Sembritzki mit seinem Musiker-Dutzend Träume zum Klingen. Die eigenen, wie er fast entschuldigend gesteht.

Es ist der Versuch, aus dem schwer fassbaren Gewebe des Traums ein Klangkleid zu schneidern, der hier angegangen wird. Nun weiß man ja nicht, was und wie Sembritzki so träumt. Insgesamt aber klingt das alles recht vital. Eher freudig stapfend als schwerelos schwebend. Und Alpträume scheint der Glückliche auch nicht wirklich zu kennen.

Fanfarenartige Intervalle machen den Anfang. Zwei Schlagzeuge und ein Bass geben die Traumimpulse vor. Mal schnurrt das geradlinig, mal mäandert es dezent polyrhythmisch. Bläser-Parts divergieren in nuancenreichen Klangfarben. Zwei Sängerinnen geben dazu Texte, die Autorin Rike Scheffler wohl aus Sembritzkis Traumschilderungen destillierte.

Und ja: Manchmal ist das zu viel des Guten. Türmt sich das Gedachte, auch mal Imitierte und kompositorisch zu Kalkulierte über das, was leicht, diffus und filigran wie Spinnweben sein müsste. Andrerseits entspringt das natürlich dem legitimen Ausprobieren eines jungen Komponisten. Und wie gesagt: Vielleicht träumt Sembritzki ja auch so.

Und trotz partieller Schwächen, ist es insgesamt reizvoll, dem zu lauschen. Zumal jenen Parts, die anmuten, als hüpfe ein gut gelauntes Kind in Gummistiefeln durchs Traumland. In dem dann doch noch dunklerer Töne anklingen. Ein bisschen so, wie Uri Caine einst Gustav-Mahler-Schwere ins irritierende Traumschweben brachte: durch Auflösen zum Kern dringend. Stark auch in dieser Hinsicht ist der lyrische Schluss der Langkomposition, dieses Auflösen von Harmonien und Melodien in einem Verklingen, das eher Entschlummern als Erwachen scheint.

Wach in jedem Fall macht der Auftritt der zweiten, ebenfalls von Sembritzki initiierten Formation. Das Viele heißt die. Und der Name ist Programm: Sowohl, was die Anzahl der Musiker angeht, als auch die der Einflüsse, die diese akustische Adrenalin-Bombe vereint. Ein Brass-Kollektiv mit Back Beat Marching Drums und Megaphon-Vocals. Zwischen New-Orleans-Tradition und Frank-Zappa-Avantgarde. Ein Balanceakt zwischen Vitalität und Vertracktheit. Und ein großer Spaß sowieso.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2014

Steffen Georgi

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