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Kultur Mit Kabarett und Musik gegen TTIP – Attac und Künstler laden ins Leipziger UT Connewitz
Nachrichten Kultur Mit Kabarett und Musik gegen TTIP – Attac und Künstler laden ins Leipziger UT Connewitz
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20:09 09.05.2014
Umweltschützer sind gegen das Abkommen, weil sie die Absenkung europäischer Standards fürchten, beispielsweise bei der Lebensmittelsicherheit. Quelle: Bernd Thissen/Archiv
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Leipzig

Am Dienstag machen sie Station im UT Connewitz.

„Für kleine Verlage würde das Freihandelsabkommen das Aus bedeuten“, erklärt der Leipziger Mike Nagler, der Mitglied des bundesweiten Attac-Koordinierungskreises ist. „Eine sinkende Preisbindung machen dann nur noch große Wettbewerber mit, auch kleine Buchläden würden das nicht überstehen.“

Auf dieses und weitere Probleme gehen nationale und lokale Kabarett- und Schauspielgrößen, darunter Rainer von Vielen, Uwe Brückner und aMUSEment, mit Theater und Musik am Dienstag im UT Connewitz ein. Der Abend unter dem Titel „FCK TTIP – Gefrackte Gen-Chlorhühnchen weglachen!“ ist Teil einer Tournee, die seit dem zweiten Mai durch ganz Deutschland läuft. Mit ihr möchte Attac ein breiteres Publikum gewinnen und zeigen, dass jede Stadt in Deutschland vom Freihandelsabkommen individuell betroffen wäre.

„Liberalisierung ist kein Wundermittel“

In Leipzig geht es nun auch darum, zu informieren, vernetzen, diskutieren und aktivieren – und zum Lachen zu bringen. „Wir wollen damit auch im Vorfeld der Europawahlen noch mal an die Kandidaten appellieren sich deutlich gegen dieses Abkommen zu positionieren. Das geheim verhandelte TTIP bedeutet einen Angriff auf soziale, ökologische und rechtliche Standards dies- und jenseits des Atlantiks“, so Nagler.

Kabarettist Arnulf Rating findet ebenso deutliche Worte gegen das Abkommen. „Die TTIP-Befürworter malen jenseits ihrer verschlossenen Türen eine rosige Zukunft mit Wachstum und vielen Arbeitsplätzen. Liberalisierung ist aber kein Wundermittel, wir brauchen vernünftige Standards“, so Rating.

Unkontrollierbare Schiedsgerichte

Die Verhandlungen für das Freihandelsabkommen zwischen der europäischen Kommission und der US-Regierung laufen seit Juli 2013. Die Befürworter versprechen sich zusätzliches Wirtschaftswachstum in den Teilnehmerstaaten, sinkende Arbeitslosigkeit und erhöhte Durchschnittseinkommen.

Kritiker aus Politik, Verbraucherschutz- und Umweltschutzorganisationen bemängeln die mangelnde Transparenz der Verhandlungen. So soll es beispielsweise Schiedsgerichte geben, die nicht von nationalen Gerichten kontrolliert werden können- Zudem sollen durch das Abkommen soziale und ökologische Standards aufgeweicht oder umgangen werden können.

Olivia Jasmin Czok

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