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Mit dem Notenrad auf Überraschungstour

Förderverein wirbt für Musik-Tour Mit dem Notenrad auf Überraschungstour

Sie wollen nicht in Vergessenheit geraten: die Radler des Projektes Notenspur. Deshalb wird es am Sonntag auf der westlichen Schleife des Notenrades, die frühestens 2017 eröffnet werden soll, eine Überraschungstour geben.

Schwingen sich aufs Notenrad: Werner Schneider mit Johannes Teller (links) und Elke Leinhoß mit Jonas Friesel.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Sie wollen nicht in Vergessenheit geraten: die Radler des Projektes Notenspur. Deshalb wird es am Sonntag auf der westlichen Schleife des Notenrades, die frühestens 2017 eröffnet werden soll, eine Überraschungstour geben. Während der City-Rundgang zu Fuß auf den Spuren berühmter Komponisten seit Mai 2012 ausgeschildert ist, geht es mit der Radroute nicht so recht voran. Die Tour, die ursprünglich im Jahr der 1000-Jahr-Feier fertig sein sollte, ist zwar längst konzipiert. Im Kulturdezernat der Stadt (ver-)laufen (sich) derzeit die Vorplanungen. Zumindest Geld ist im Etat 2015/16 für die Vorbereitungen eingestellt.

„Bei uns gibt es viele Anfragen von Reiseveranstaltern. Doch wir können ihnen nicht mal mehr Flyer schicken, da wir kein Geld haben, neue zu drucken“, bedauert Werner Schneider, der Chef des Notenspur-Fördervereins. Wie berichtet, wird die Geschäftsstelle von der Stadt nicht mehr gefördert – der Verein versucht das so gut es geht ehrenamtlich auszugleichen. Schwerpunkt in diesem Jahr ist die „Nacht der Hausmusik“ im November. Für Werbematerial fürs Notenrad bleibt da nichts übrig. „Dabei wäre das wichtig, da Leute uns immer wieder fragen, wie sie mit dem Rad zu bestimmten Stationen kommen. Auch in der Leipzig-Information“, ergänzt Elke Leinhoß vom Förderverein. Radtouristisch gesehen, konstatiert Schneider, sei Leipzig eben unterentwickelt. Abgesehen von den Routen des Grünen Ringes.

Das Notenrad könnte das ein wenig ändern. Um die Strecke zu popularisieren, gibt es daher die Überraschungstour am Sonntag, die mit Gesang am Rosental enden wird. Am Zöllner-Denkmal – gewidmet dem Chorleiter und Komponisten Carl Friedrich Zöllner – wird gegen 15 Uhr sein wohl bekanntestes Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ erklingen. Los geht die etwa 20 Kilometer lange Tour aber zunächst am alten Bachdenkmal an der Thomaskirche. Stationen sind beispielsweise der Clara-Zetkin-Park, das ehemalige Bauerngut Kleinzschocher sowie das Museum für Druckkunst. Im Innenhof des Museums werden junge Leute Jazz spielen.

Was gibt es denn für weitere Überraschungen? „Das verraten wir natürlich nicht. Die ‚Rheintöchter‘ werden beispielsweise zum Leben erweckt“, so Schneider. Am 6. September gibt es eine weitere Notenrad-Tour, diesmal auf der Ostschleife auf den Spuren von Robert und Clara Schumann aus Anlass des 175. Hochzeitstages. Die wird nach jetzigem Stand frühestens 2019 ausgeschildert.
 
Ein weiteres Projekt muss der Notenspur-Verein ruhen lassen: die Bewerbung mit Leipzigs Musikerbe-Stätten für das Europäische Kulturerbe-Siegel. Wie berichtet, hat die Stadt diese zwar mit Unterstützung von Musikwissenschaftlern der Universität beim Freistaat Sachsen eingereicht. Das Projekt ist auf die Notenspur zugeschnitten, muss also mit Leben erfüllt werden. Schneider und seine Mitstreiter hoffen, dass dies 2016 besser möglich sein wird.

Treff ist am Sontag, 11 Uhr, am Bachdenkmal. Obolus fünf, ermäßigt drei Euro. Picknickkörbe für die Rast sind mitzubringen.

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