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Mobiles Stasi-Hörspiel hat in Dresden Premiere - Nutzer werden selbst überwacht

Mobiles Stasi-Hörspiel hat in Dresden Premiere - Nutzer werden selbst überwacht

Theaterbesucher können von diesem Freitag an in Dresden das Wirken der Stasi an Originalschauplätzen nachempfinden - und werden dabei selbst zu Beobachteten. Die mit GPS-Handys ausgerüsteten Gäste laufen durch die Stadt und sind dabei von der „Überwachungszentrale“ im Theater Kleines Haus jederzeit lokalisierbar.

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Die Nutzer des Hörspiels „Radioortung - 10 Aktenkilometer Dresden“ werden mit einem Stadtplan und einem GPS-fähigen Handy durch die Dresdner Alt- und Neustadt auf den Spuren der Vergangenheit laufen. Premiere der Tour ist am 26. April 2013.

Quelle: dpa

Dresden. Am Ende bekommen sie ein Bewegungsprofil ihrer Tour.

Schauspiel-Intendant Wilfried Schulz sprach am Dienstag von einem ungewöhnlichen Projekt. In Berlin gab es das bereits 2010. Damals wie heute führt das Theaterteam „Rimini Protokoll“ Regie. Es hat dafür in der Stasi-Unterlagenbehörde recherchiert, Zeitzeugen befragt und in Dresden 120 Punkte definiert, die als Anlaufstation dienen. Wer dort eintrifft, bekommt via Handy einen O-Ton zum Thema Stasi überspielt.

Viele verschiedene Perspektiven auf die Tätigkeit der Stasi

„Man kann sich praktisch sein eigenes Hörspiel zusammenstellen“, sagte Regisseur Sebastian Brünger. Am Stadion berichtet Buchautor und Journalist Ingolf Pleil über Dynamo-Spitzel und die Verstrickungen von Funktionären des Clubs in das Ministerium für Staatssicherheit. An der Kreuzkirche wird von der Reaktion der Stasi auf die Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ berichtet. Am Kulturpalast erzählt ein Ehepaar von einer Demonstration ausreisewilliger DDR-Bürger. Im damaligen Bezirk Dresden gab es die meisten Anträge auf eine Übersiedlung in die Bundesrepublik. Nach der Uraufführung am Freitag (26. April) soll das Stück „Radioortung - 10 Aktenkilometer Dresden“ zunächst bis Ende dieser Spielzeit laufen.

„Wir beschäftigen uns nicht mit der Stasi, sondern mit dem, was sie angerichtet hat“, sagte der sächsische Stasi-Landesbeauftragte Lutz Rathenow. Es gehe darum, Geschichte nacherlebbar zu machen. Er empfahl das Stück ausdrücklich auch Schulklassen. Maximal 30 Besucher können gleichzeitig auf Entdeckungsreise gehen. Im Kleinen Haus ist der Zugang zu den einzelnen Punkten der Tour auch online möglich - dort kann man die O-Töne am Computer hören.

Passendes Bühnenstück hat wenig später Premiere

Ganz nebenbei wird der Besucher für Möglichkeiten heutiger Überwachung sensibilisiert - denn jedes Handy wirkt wie ein Peilsender und macht den Nutzer de facto sichtbar. Für Intendant Schulz korrespondiert die begehbare Ausstellung mit einer weiteren Premiere zwei Tage später. Regisseur Clemens Bechtel bringt in dem Stück „Meine Akte und ich. Eine Recherche über die Staatssicherheit in Dresden“ Täter und Opfer auf die Bühne.

dpa

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