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Museumsnacht: Halle und Leipzig sind „nachtaktiv“ - 78 Einrichtungen beteiligt

Museumsnacht: Halle und Leipzig sind „nachtaktiv“ - 78 Einrichtungen beteiligt

Jeweils zum 13. Mal insgesamt und davon bereits zum vierten Mal gemeinsam dürfte sie wieder Zehntausende auf die Beine bringen und in Bewegung versetzen: die Museumsnacht in Halle und Leipzig am 5. Mai.

Halle/Leipzig. Am Mittwoch wurden in den altehrwürdigen Franckeschen Stiftungen in der Schwesterstadt an der Saale Details des umfangreichen Programms präsentiert.

„Das langsame Zusammenwachsen der beiden mitteldeutschen Städte lässt sich an den jährlichen Mottos gut ablesen“, erklärte Detlef Stallbaum, Chef des halleschen Kulturbüros, mit einem kleinen Augenzwinkern. Aus dem „Gemischten Doppel“ im ersten Jahr habe sich zur „Schönen Nachbarin“ eine „Heimliche Liebe“ entwickelt. Anfang Mai gehe es nun darum, „Nachtaktiv“ zu werden.

Rückblick 2011:

„Viele Leipziger Museen haben ihr Programm unter diesem Motto komischerweise kriminell angelegt“, sagte Franziska Zòlyom, Direktorin der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst. So würden unter anderem nachtaktive Detektive im Grassi-Museum gesucht, „Mörder, Diebe und anderes lichtscheues Gesindel“ im Alten Rathaus präsentiert oder sich in der Halle 14 dem Thema „Mit krimineller Energie – Kunst und Verbrechen im 21. Jahrhundert“ gewidmet. Sie freue sich aber auch schon auf die nachtaktiven Tiere im Phyllodrom-Verein in Wiederitzsch. „Bei uns gibt es ja auf dem Galeriegelände nur einen Fuchs, der manchmal nachts die Alarmanlage auslöst“, so Zòlyom, die „das Entdecken, das Wandern, das Kennenlernen und die Gespräche“ als das schätzt, was die Veranstaltung ausmacht.

„Für alle beteiligten Einrichtungen ist es eine zusätzliche Aufgabe, die Mitarbeiter schlagen sich meist freiwillig die Nacht um die Ohren“, betonte Leipzigs Kulturamtschefin Susanne Kucharski-Huniat. Sie finde es wunderbar, dass es „am ehesten die Kultur“ sei, die die beiden Städte zusammenführe. „Die Menschen sind neugierig aufeinander“, hat sie festgestellt. Die Besucherzahlen würden sich seit der Premiere auf konstant hohem Niveau bewegen. 75.000 seien im Vorjahr allein in Leipzig gezählt worden. „Mit Einführung der gemeinsamen Museumsnacht haben sie sich fast verdoppelt“, so Kucharski-Huniat.

Ihr hallesches Pendant, Kulturreferentin Ursula Wohlfeld, unterstrich, dass das gute Funktionieren der Doppelveranstaltung „zum großen Teil dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund zu verdanken“ sei. Ebenso wichtig: Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt. Sonst kosteten die Tickets acht Euro (ermäßigt: sechs Euro; für Halle-/Leipzig-Pass-Inhaber: vier Euro). Darin enthalten sei die freie Fahrt von und nach Leipzig sowie die Benutzung von Bus und Straßenbahn in den beiden Städten.

Spannend „nicht nur für Jungs zwischen fünf und 75“ dürften nach Wohlfelds Meinung die Auftritte der „Popstars der Antike“, der Gladiatoren, im Rahmen des wohl bedeutendsten diesjährigen Highlights an der Saale werden: der Schau „Pompeji – Nola – Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“ im Landesmuseum für Vorgeschichte. „Ebenso herausragend: die Sondergrafikausstellung in der halleschen Kustodie im Löwengebäude“, so die Hallenserin.

Schmankerl am Rande: Kucharski-Huniats erste Amtshandlung noch vor der Präsentation des Programms war die Entfernung des ihr offenbar versehentlich „verliehenen“ Doktor-Titels auf dem Namensschild. „Hochmut kommt vor dem Fall“, so ihre leicht süffisante Anspielung auf aktuelle Probleme eines Kollegen im Leipziger Rathaus.

Öffnungszeiten der teilnehmenden Museen: 18.00 bis 1.00 Uhr; Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Leipzig- oder Halle-Pass 4 Euro.

Martin Pelzl

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