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Museumsnacht in Leipzig: "Kopfkino" um Orakel, Originale, optische Täuschungen

Museumsnacht in Leipzig: "Kopfkino" um Orakel, Originale, optische Täuschungen

Enthaupten, Einmauern, Ertränken - etwas gruselig beginnt am Sonnabend für 20 LVZ-Leser bereits zwei Stunden vor der offiziellen Eröffnung die Museumsnacht. Sie haben eine exklusive Führung im Kriminalmuseum gewonnen.

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LVZ-Leser bei der Sonderfuührung im Kriminalmuseum des Mittelaters.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Ohne Anstehen dürfen sie sich von Thomas Dieckmann erklären lassen, wie Rechtssprechung im Mittelalter funktionierte.

"Die Körperstrafen waren sehr drastisch und endeten tödlich. Bei diesem Prozedere haben selbst Unschuldige alles zugegeben", sagt der Museologe. Brustkralle, Garrotte, Kopfpresse, Streckbank - nahezu 100 solcher bestialischer Folterinstrumente hat das Museum in der Nikolaistraße zusammengetragen. "Es ist schon gut, dass das Museum klein ist. Mehr von den Folterinstrumenten will ich mir gar nicht angucken", so LVZ-Leserin Gabriele Kranz aus Anger Crottendorf. Thomas Winter, der ehrenamtliche Kurator, hätte sicherlich gern mehr Platz. "Wir sind gut besucht, besonders bei Touristen beliebt. Es kommen aber auch viele Schulklassen im Geschichtsunterricht." Während der Pfingsttage ist die Sammlung sogar durchgehend 72 Stunden offen - für die Freunde des Wave-Gotik-Festivals aus aller Welt.

 Um tote Tiere geht es im Naturkundemuseum. Dort erklärt René Diebitz, wie sie präpariert werden. "Ich finde es traurig, dass immer noch von Ausstopfen geredet wird. Wir stopfen da doch keine Holzwolle rein", sagt er und zeigt Besuchern, wie das Innenleben eines präparierten Tieres aussieht. Bereits vorgefertigt ist die Dermoplastik eines Tigers. Wo der einmal steht, ist offen. "Es wäre aber ein Frevel, wenn wir das Angebot, einen Tiger zu präparieren, ausschlagen." Hinter die Kulissen führt Christian Jürgens, Chefrestaurator im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Besucher, die sich beispielsweise das Reinigen von Keramikscherben anschauen.

 Im Ägyptischen Museum wird derweil von Studenten bei einer Vorführung das Orakel von Siwa - wie bei Alexander dem Großen 331 vor Christi - befragt. "Ein Orakel spielt sich im Kopf ab - das passt prima zum Motto des Abends 'Kopfkino'", so Jennifer Hermann.

 Verzerrte Linien, tanzende Punkte und allerlei visuelle Illusionen - im Buch- und Schriftmuseum haben viele Freude daran, optische Täuschungen zu erleben. Ein Highlight ist aber auch das Comic-Zeichnen mit Jörg Reuter, dem künstlerischen Leiter vom "Mosaik", bei dem sich viele Rat über den "richtigen Strich" holten. Gemeinsam wird beispielsweise Brabax gezeichnet, einer der inzwischen legendären Comicfiguren Abrafaxe. "Ich habe die ganze Reihe, höchstens ein, zwei der nun 473 Hefte fehlen mir", freut sich Frank Ruhs aus Paunsdorf. Euphorisch ist auch Museumsleiterin Stephanie Jacobs, die sogar im Dunkeln mit Stirnlampe aus Kafka-Texten vorliest. "Wir sind zufrieden, dass so viele Leute in unser Haus gekommen sind", freut sie sich. Wie viele der 86 Sammlungen in Leipzig und Halle, die sich am späteren Abend mit immer mehr Besuchern füllen. Die Gäste haben erneut viel Spaß rund um Originale in einer spannenden Museumsnacht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.04.2015

Mathias Orbeck

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