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Musik aus dem Netz: Auftakt für Spotify in Deutschland

Musik aus dem Netz: Auftakt für Spotify in Deutschland

Mit mehrjähriger Verzögerung startet der Internet-Musikdienst Spotify jetzt auch in Deutschland. Deutschland sei der drittgrößte Musikmarkt der Welt, sagte Firmengründer Daniel Ek der Nachrichtenagentur dpa zum Beginn des deutschsprachigen Angebots am Dienstag.

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Daniel Ek ist Gründer von Spotify.

Quelle: Spotify

Berlin. „Wir denken, das ist ein perfekter Platz für Spotify.“

Bei Spotify kann man aus einem Angebot von über 16 Millionen Titeln wählen. Die Musik wird dann direkt im Internet übertragen, ohne dass die Daten wie beim Download gespeichert werden. Der Fachbegriff dafür lautet Streaming. Spotify hat nach eigenen Angaben mehr als zehn Millionen aktive Nutzer, darunter drei Millionen mit einem Bezahl-Abo.

Die Schweden sind bereits in zwölf anderen Ländern aktiv. Offene Lizenzfragen hatten den Start von Spotify in Deutschland bislang verzögert. „Es gab erhebliche Hürden für den Eintritt auf den deutschen Markt“, sagte Ek. „Aber jetzt sind wir in einer guten Position.“ Für die Plattenfirmen sei Spotify bereits die zweitgrößte Einnahmequelle beim Geschäft mit digitaler Musik in Europa. Seit dem Start im Oktober 2008 habe Spotify der Musikindustrie rund 200 Millionen Euro an Lizenzgebühren überwiesen. Dies komme den Plattenfirmen ebenso zugute wie Komponisten und Künstlern.

Die Verwertungsgesellschaft Gema teilte am Montag auf Anfrage allerdings mit, es gebe derzeit noch keinen Vertrag mit Spotify. „Wir befinden uns in intensiven Gesprächen, die jedoch noch nicht abgeschlossen sind“, erklärte ein Sprecher.

Für den Bundesverband Musikindustrie in Berlin sagte Geschäftsführer Florian Drücke der Nachrichtenagentur dpa: „Spotify hat in Ländern wie Schweden die Musiklandschaft nachhaltig verändert und in kürzester Zeit ein Stück Musikgeschichte geschrieben.“ Drücke begrüßte, dass der Dienst nun auch in Deutschland verfügbar sei. Er sei „überzeugt, dass Spotify auch hierzulande starke Impulse setzen wird“. Die Anbieter digitaler Musik-Dienste im Internet bewegten sich aber noch „in einem gestörten Markt“, der so lange fragil bleibe, „bis der rechtliche  Rahmen geschaffen wird, der die nachhaltige Eindämmung von Urheberrechtsverletzungen im Internet ermöglicht“.

Die Spotify-Nutzer können frei wählen, welche Musik sie hören wollen. Die Daten werden über das Internet übertragen, ohne dass wie bei Download-Diensten eine Speicherung vorgesehen ist. Dies wird als „Streaming“ bezeichnet, eine Form des Musikhörens, die zunehmend Anklang findet. Die Verwertungsgesellschaft Gema und der IT-Fachverband Bitkom haben im Dezember vergangenen Jahres mit einer Gebührenordnung einheitliche lizenzrechtliche Grundlagen für Streaming-Dienste in Deutschland geschaffen. Zu diesen gehören unter anderem auch Dienste wie Napster, Simfy, Rdio und Aupeo.

Spotify-Konkurrent Simfy teilte am Montag mit, das Unternehmen habe in einer weiteren Finanzierungsrunde von mehreren Investoren 30 Millionen Euro erhalten. In diesem Jahr werde ein Umsatz in deutlich zweistelliger Millionenhöhe angepeilt. Im zweiten Quartal sei damit zu rechnen, dass Simfy mit mehr als zwei Millionen Nutzern die Gewinnzone erreiche.

Spotify bietet in Deutschland drei Nutzungsmodelle an. Das Musikhören am stationären Computer mit Werbeeinblendungen ist kostenlos. Für monatlich 4,99 Euro kann man die Werbung ausblenden. Die volle Nutzung auch mit mobilen Geräten wie Smartphones sowie eine höhere Übertragungsqualität (320 Kilobit pro Sekunde statt 160) kostet 9,99 Euro im Monat.

dpa

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