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Nach Teer-Attacke: f/Stop-Team will Gerda-Taro-Tafeln in Leipzig retten

Crowdfunding im Gespräch Nach Teer-Attacke: f/Stop-Team will Gerda-Taro-Tafeln in Leipzig retten

Die Zerstörung soll nicht das letzte Wort haben. Die Tafeln zur Erinnerung an Leben und Werk der jüdischen Fotografin sollen nach der Teer-Attacke gerettet werden. Das geht nicht ohne öffentliche Beteiligung, sagt das Team des Festivals f/Stop.

Mit Teerfarbe zerstört: Die Tafeln zu Leben und Werk der jüdischen Fotografin Gerda Taro.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach der Teer-Attacke auf die Info-Tafeln zu Leben und Werk der jüdischen Fotografin Gerda Taro positionieren sich jetzt die Kuratoren des Fotofestivals f/Stop. Sie wollen die mutwillige Zerstörung der Installation, die während des Festivals entstanden ist, nicht hinnehmen. Sie suchen jetzt nach Möglichkeiten, die Displays für eine dauerhafte Präsenz in Leipzig neu produzieren zu lassen.

Rund 4000 Euro würde es kosten, die Tafeln zu erneuern, schätzt Kurator Jan Wenzel. „Das ginge nur als gemeinsames, öffentliches Projekt. Das Festival ist vorbei, und dafür gibt es auch kein Budget“, sagt Wenzel gegenüber LVZ.de. Derzeit überlege man, ob die 21 Tafeln zur Erinnerung an die 1933 vor den Nazis nach Paris geflohene Fotografin durch eine Crowdfunding-Aktion erneut ihren Platz in Leipzig finden könnten.

Die Schockwellen den Angriffs auf einen Teil Leipziger Geschichte reichen bis nach Amerika: Nachlassverwalter von Taros Werk ist das International Center of Photography (ICP) in New York, das auch die Vorlagen für die Infotafeln zur Verfügung stellte. „Wir sind mit dem ICP im Gespräch“, sagt Wenzel. Ob die Bilder noch einmal in der Straße des 18. Oktober gezeigt werden könnten, vermag er derzeit nicht zu sagen. Mit der Stadt Leipzig war eine mittelfristige Ausstellung verhandelt, baulich sei alles dafür vorbereitet: Die Info-Tafeln seien gut im Boden verankert.

„Aber natürlich ist Kunst im öffentlichen Raum angreifbar“, sagt Wenzel. Gemeinsam mit f/Stop-Festivalleiterin Christin Krause und Kuratoren-Kollegin Anne König hält er eine öffentliche Debatte über den Gewaltakt gegen die Bilder für unabdingbar. Auch hier ist das f/Stop-Team, deren Projekt für dieses Jahr eigentlich abgeschlossen war, noch in der Planungsphase. Diskussionsrunden oder Vorträge direkt in der Straße des 18. Oktober, an dem zerstörten Werk, seien ebenso denkbar wie andernorts in der Stadt.

Die Fassungslosigkeit nach dem Akt der Verwüstung, bei dem in der Nacht vom 3. auf den 4. August das Display zu Gerda Taro in der Straße des 18. Oktober zerstört wurde, weicht nur langsam. „Das war kein Dummer-Jungen-Streich“, so Wenzel. Das vollständige Überstreichen mit der abweisenden Teermasse sei ein Zeichen, dass die Autorin nicht gewollt sei, die Bilder von Menschen auf der Flucht ausgelöscht werden sollten. „Der Verein hat Anzeige gestattet, die Ermittlungen laufen“, heißt es in der Erklärung des f/Stop-Teams.

Von Evelyn ter Vehn

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Leipzig Straße des 18. Oktober
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