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Kultur New Yorker Künstler in Leipzig: Kunstkraftwerk zeigt „Stateless“ von Shimon Attie
Nachrichten Kultur New Yorker Künstler in Leipzig: Kunstkraftwerk zeigt „Stateless“ von Shimon Attie
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15:10 27.06.2017
Pressebild von Shimon Atties "Stateless", ab 1. Juli im Kunstkraftwerk Leipzig zu sehen. Quelle: Kunstkraftwerk
Leipzig

„Stateless“ – staatenlos – heißt die Kunstinstallation, die ab dem 1. Juli im Leipzig Kunstkraftwerk zu sehen ist. Bis 13. August wird die Ausstellungshalle in der Saalfelder Straße zur Kulisse für das neue Werk des New Yorker Fotokünstlers Shimon Attie.

Flüchtlinge am Roulette-Tisch

Ein kleines Vorschaubild gibt einen Vorgeschmack auf das politisch brisante und hoch aktuelle Thema der Installation. Darauf zu sehen: Sieben Menschen an einem Roulette-Tisch, elegant gekleidet – und dennoch mit trübsinnigem Blick in den Raum starrend. Trauer trotz Wohlstand. „Eine bewusste Überzeichnung“, wie Pressesprecherin Susanne Tenzler-Heusler erzählt. Denn „Stateless“ widmet sich den Erfahrungen syrischer Flüchtlinge, die aus ihrem vom Krieg zerrütteten Heimatland geflohen sind.

„Die Videoinstallation beschäftigt sich mit den Themen Flucht, Verlust und Zugehörigkeit und wurde speziell für die ehemalige Kesselhalle konzipiert“, heißt es in einer Mitteilung des Kunstkraftwerks, das sich schon immer gesellschaftspolitischen Themen widmete. Kuratorin Stéphanie Delcroix konnte Shimon Attie deshalb überzeugen, sein nächstes Projekt in Leipzig zu installieren. Eine begleitende Fotoausstellung dokumentiert zwei weitere Projekte des renommierten Foto- und Videokünstlers, der sich schon seit 25 Jahren mit den auch hier wieder präsenten Themen auseinandersetzt.

Leipziger Initiative bieten Begleitprogramm an

Die siebenminütige Videoschleife zeigt eine Gruppe syrischer Flüchtlinge an besagtem Roulette-Tisch. Den erzählerischen Rahmen bildet eine metaphorische Geschichte, die auf Grundlage individueller Erfahrung von Exil und Flucht basiert. Die Ausstellung wird bis zu  ihrem Ende außerdem von einem politisch-künstlerischen Rahmenprogramm verschiedener Leipziger Initiativen begleitet. Die Stiftung „Bürger für Leipzig“, die „Buchkinder Leipzig“ und das Stadtteilprojekt „Dresdner59“ veranstalten dazu Lesungen, Fotoaktionen, Kochkurse und Theaterstücke.

Atties letztes Soloprojekt in Deutschland ist bereits 25 Jahre her: „Writing on the Wall“ hieß die Videoinstallation, bei der historische Fotos ehemaliger und mutmaßlich ermordeter, jüdischer Bewohner auf Berliner Hausfassaden projiziert wurden. Der 1957 in Los Angeles geborne Künstler zog mit seinen Ausstellungen in den Folgejahren unter anderem durch das New Yorker Museum of Modern Art, das MoMA in San Francisco und zahllose weitere Museen auf der ganzen Welt. Er erhielt Preise von der Guggenheim Fellowship oder der Harvard University.

von CN

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