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Kultur Nichts Neues von den Morgans – Hugh Grant und Sarah Jessica Parker in Ehekomödie
Nachrichten Kultur Nichts Neues von den Morgans – Hugh Grant und Sarah Jessica Parker in Ehekomödie
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15:30 05.01.2010
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Inzwischen spielt er einen hilflosen Ehemann, der versucht, seine Frau nach einem Seitensprung zurückzuerobern. Diese Frau ist Sarah Jessica Parker, bekannt als Mode-Ikone aus „Sex and the City“. Und die neue Komödie heißt „Haben Sie das von den Morgans gehört?“. Umständlich ist aber nur der Titel. Der Rest ist das, was von einem Film mit Grant und Parker in den Hauptrollen zu erwarten ist: Hier ein paar Witze, dort ein wenig Romantik und da ganz viele Klischees. Der Film ist seicht, aber immerhin unterhaltsam.

Grant ist Paul Morgan, ein erfolgreicher Anwalt in New York. Parker ist Meryl Morgan, seine Frau und - klar - eine nicht minder erfolgreiche Immobilienmaklerin. Meryl hat Paul verlassen, weil er sie betrogen hat, ausgerechnet als sie mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen hatten. Alle Versuche seinerseits, sie wieder zu gewinnen, scheitern. Bis sie beide Zeugen eines Mordes werden und von der Polizei aus Sicherheitsgründen in der amerikanischen Einöde auf einer Ranch bei dem Cowboy-Paar Emma (Mary Steenburgen) und Clay (Sam Elliott) untergebracht werden. In dem Kaff in Wyoming, am Ende der Welt in einer Blackberry-freien Zone, muss das hippe Großstadt-Ehepaar erst einmal klarkommen.   

Es hat sich nichts geändert, außer dass Hugh Grant älter geworden ist: Er spielt jetzt in keiner Komödie mehr, in der sich ein junger, hilfloser Typ in eine schöne Frau verliebt. Inzwischen spielt er einen hilflosen Ehemann, der versucht, seine Frau nach einem Seitensprung zurückzuerobern. Diese Frau ist Sarah Jessica Parker, bekannt als Mode-Ikone aus „Sex and the City“.
Ja, es ist ganz witzig, wie sie beide in freier Natur zum Joggen gehen und fast an der frischen Luft ersticken. Es ist auch ganz witzig, wenn der ängstliche Paul versucht, sich mit einem Abschreckspray wilde Bären vom Leib zu halten. Und es ist auch witzig, wie Meryl - eine figurbewusste Vegetarierin und Nichtraucherin - in einem Landrestaurant Salat ohne Dressing bestellt und die anderen Gäste von den Vorzügen eines Rauchverbots überzeugen will. Aber alles ist auch etwas platt. Freilich sind alle Amerikaner im Wilden Westen Cowboyhut-tragende Waffenfanatiker und freilich verträgt sich das zerstrittene Ehepaar unter dem blitzenden Sternenhimmel der Wildnis.

Parker hat mit der Rolle nicht einmal die Chance bekommen, sich von „Sex and the City“ zu lösen. Sie trägt schicke Klamotten, selbst auf der Ranch schlummert sie fast jede Nacht in einem anderen Pyjama. Vor ihrer Abreise rauft sie sich die Haare, weil sie nicht weiß, ob sie auf dem Land ein goldenes Kleidchen braucht oder nicht.

Auch deshalb mag das Leinwand-Paar irgendwie nicht zusammenpassen: Der Zuschauer sieht stets Carrie Bradshaw und nicht Meryl Morgan vor sich. Wie soll da glaubhaft werden, dass sich das Paar doch so herzlich liebt?

Auch Grant ist der gleiche Charakter wie schon in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“ oder „About a Boy“: Tollpatschig, stammelnd und mit typisch britischem, selbstironischem Unterton. Regisseur und Drehbuchautor Marc Lawrence, der schon in „Ein Chef zum Verlieben“ und „Mitten ins Herz - Ein Song für Dich“ mit Grant gearbeitet hatte, setzt bei seinem Zugpferd eben auf die altbekannten aber mittlerweile auch langweiligen Stärken.

Das Premierenpublikum in London kreischte dennoch vor Begeisterung. Denn auch wenn sowohl das Ende als auch die meisten anderen Szenen vorhersehbar sind: Der Film bleibt unterhaltsam, besonders an grauen Wintertagen. Tiefgang erwartet in einer solchen Romantik-Komödie sowieso kein Zuschauer.

Annette Reuther, dpa

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