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Olaf Schubert mit neuem Programm „Sexy forever“ in der Leipziger Nato

Moralischer Nonsens Olaf Schubert mit neuem Programm „Sexy forever“ in der Leipziger Nato

Olaf Schubert ist Dresdner. Und sexy. Und das sogar forever. So jedenfalls behauptet es das neue Programm „Sexy forever“, mit dem Schubert am Donnerstag in der rappelvollen Nato gastierte. Er tourt damit jetzt durchs Land und kehrt Ende September nach Leipzig zurück – dann in die Arena.

Doppelt beschissen: Bevor Olaf Schubert im September die Leipziger Arena füllt, hat er sein neues Programm am Donnerstag aus alter Verbundenheit in der Nato vorgeführt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Er ist so etwas wie der sächsische Robert Geiss. Nur reicher. Und viel schöner und anmutiger. Und irgendwie ist er, wenn man genau hinschaut, sogar blonder, als der blonde Geissens-Robert. Stilsicherer gekleidet ist er sowieso.

Kurz und gut: Olaf Schubert ist allein schon optisch eine Stimulationskanone gegen den Geburtenrückgang. Ist wortreicher Wandel-Prediger gegen den demographischen Wandel und Beischlaf-Motivator im Namen der abendländischen Zukunftssicherung. Denn Olaf Schubert ist Dresdner. Und sexy. Und das sogar forever. So jedenfalls behauptet es das neue Programm „Sexy forever“, mit dem Schubert am Donnerstag in der rappelvollen Nato gastierte.

Und natürlich würde der Mann auch die Arena füllen, aber die war ja an diesem Abend schon für die Scorpions gebucht, und da ist dann der Olaf echt Kumpel. Dem Klaus Meine habe er gesagt: „Klaus, kein Problem, wir gehen einfach so lange in die Nato.“

Die Problemtiefen gegenwärtigen Seins

Und da stand er dann auch. Wie gehabt flankiert von Jochen (Barkas) und Herrn Stephan als musikalische Unterstützung für dieses und jenes gute Liedgut im zweistündigen, nagelneuen und auch ziemlich guten Programm. Welches dann natürlich weniger der schnöden Oberflächlichkeit schönen Scheins huldigt als vielmehr in die Problemtiefen gegenwärtigen Seins taucht.

Das „Gehör und Geäug in die Diskurse halten“ nennt Schubert das. Denn: „Das Übel fußt in einer Wurzel!“ Und die heißt Monopolkapitalismus. Dessen globalem Machtanspruch widersetzen sich zwar noch zwei „gallische Dörfer“ (Nordkorea und Thüringen), aber wir wissen natürlich alle, dass das letztlich nicht reicht.

Und so motiviert Schubert dann auch diesbezüglich erfolgreich: „Dass die in Bangladesch so hart arbeiten, damit wir billig einkaufen können, ist einen Applaus wert.“ Die solidarischen Klatscher im Publikum folgen prompt, werden allerdings gleich unterlaufen: „Wobei – ein bisschen mehr Mühe könnten die sich dort schon geben. Man wird hier ja geradezu doppelt beschissen: Erst ist es billig und dann geht es auch noch schnell kaputt.“

Ja, da ist es wieder. Dieses gedankenkrumme Querschießen galliger Affekte. Und ja: Das ist oft purer Nonsens, aber genau so oft ist dieser Nonsens Maskierung. Denn dass Schubert nicht nur „sexy forever“, sondern auch ein Moralist ist, sei ihm hier einfach mal unterstellt.

Treffsicher um die Ecke geballert

Was ihn in jedem Fall aber vom Gros seiner Comedy-Kollegen ebenso wie von den Humorautisten des politischen Kabaretts unterscheidet, ist seine Gabe, um die Ecke zu ballern und genau dabei zu treffen. Was fraglos mit Schuberts ausgeprägtem Sprachgefühl zu tun hat. Mit diesem eigentümlichen Singsang-Rhythmus, dem Satzmäandern querer Grammatik und obskurer Sinnverdrehungen, samt kreativen Wortschöpfungen.

Man muss das hören, wie da Schubert ob „großen Turbanfürchten“ und „kollektiven Muselmanngenruseln“ am Volkskörper eine partielle „Schwellkörperfehlfunktion“ in Form einer „Wander­erektion“ vom Penis hin zum rechten Arm diagnostiziert. Und dazu als Gegengift gleich noch einen fundierten Beitrag zu Genderdebatte unter den Prämissen multikulturellen Zusammenlebens mitliefert: „Darf man einer Bulgarin ins Gesicht schauen?“, fragt Schubert und antwortet: „Ja. Aber nur, wenn der Bart brennt.“ Gut zu wissen.

Am 11. Juli tritt Olaf Schubert zwei Mal (17 und 20 Uhr) in der Dresdner Semperoper auf, am 27. September, 20 Uhr, erneut in Leipzig, dann in der Arena. Noch gibt es Karten, unter anderem im LVZ-Media-Store (Höfe am Brühl), in den LVZ-Geschäftsstellen, unter 0800 2181050 und www.lvz-ticket.de. Weitere Stationen der „Sexy forever“-Tour: www.olaf-schubert.de

Von Steffen Georgi

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