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"Open Airs bis an das zweite Wochenende" - Bach-Archiv-Geschäftsführer im Interview

"Open Airs bis an das zweite Wochenende" - Bach-Archiv-Geschäftsführer im Interview

Das Bachfest 2014 ist Geschichte. Seit dem 14. Juni kreisten 115 Veranstaltungen um die "Vita Christi". Dettloff Schwerdtfeger, Geschäftsführer des Bach-Archivs, zieht im Interview mit der Leipziger Volkszeitung Bilanz und schaut nach vorn.

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Dettloff Schwerdtfeger,Direktor des Bach-Archivs Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Frage: Was war Ihr Höhepunkt?

Dettloff Schwerdtfeger: Da muss ich zwei nennen: An erster Stelle das Schülerchorkonzert mit Hermann Max. Das war für mich die Überraschung dieses Bachfestes. Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist die Chorakademie auf dieses Niveau. So konnten wir zeigen, dass der Thomanerchor in Leipzig und in Sachsen kein Einzelphänomen ist, sondern repräsentativ für das außergewöhnlich hohe musikalische Niveau der Jugendlichen in der Region. Der zweite Höhepunkt war das Weihnachtsoratorium im Gewandhaus. Bei dieser großartigen Aufführung hat sich gezeigt, dass alle Diskussionen, ob man das mitten im Juni darf, ins Leere laufen.

Inwiefern?

Das Gegenteil ist eingetreten: Endlich konnte man das Weihnachtsoratorium einmal nicht wahrnehmen als Requisit eines Weihnachts-Rituals sondern als wesentliche geistliche Komposition Johann Sebastian Bachs, befreit von allem Kitsch.

Sie haben diesem Jahr deutlich weniger Konzerte angeboten ...

... um das Bachfest thematisch noch stärker zu fokussieren und um nicht fortwährend selbst Konkurrenz zu machen.

Was sich deutlich in den Publikumszahlen niederschlägt.

Das stimmt. Aber unabhängig davon, dass wir die Anzahl der Veranstaltungen bewusst zurückgefahren haben, hatten wir in den letzten Jahren durch Christi Himmelfahrt und Pfingsten jeweils einen Feiertag und somit einen Tag mehr Bach on Air auf dem Marktplatz. Aber zum Ausgleich hatten wir durch Live-Streams und Übertragungen im Internet gut 10.000 Zuschauer zusätzlich. Überhaupt muss man sagen: Über die Hälfte der Veranstaltungen des Bachfestes findet bei freiem Eintritt statt oder ist mit marginalen Kosten verbunden. Das ist angesichts der auch dabei gebotenen Qualität schon etwas Besonderes.

Hat das Bachfest damit in etwa sein Format gefunden?

Ja, ich glaube schon. Wenngleich wir perspektivisch natürlich noch das Ziel verfolgen, weiter zu wachsen. Nicht in Bezug auf das Hauptprogramm. Aber ich kann mir vorstellen, die Open-Airs auszuweiten bis ans zweite Wochenende heran.

Aber?

Erstens muss es finanziert werden, zweitens darf es nicht zu Lasten des Hauptprogramms gehen. Und damit ist es eine Frage der Spielstätten: Der Festsaal im Alten Rathaus ist für weltliche Musik der einzige große authentische Raum, den wir in Leipzig haben. Den können wir uns nicht blockieren durch parallele Open Airs auf dem Markt. Doch müsste es technisch möglich sein, ein Konzert aus dem Alten Rathaus auf den Marktplatz ohne Beeinträchtigungen zu übertragen. Derzeit ist das alles aber noch eher Vision als Planung.

Dieser Jahrgang war das voraussichtlich der letzte, bei dem Christoph Wolff noch als Mitglied des künstlerischen Direktoriums und Direktor des Bach-Archivs dass Bachfest repräsentierte ...

... und das Konzept der Vita Christi ist sein Meisterstück gewesen. Die Idee ging einzig auf ihn zurück, und er hat sie mit Nachdruck und Beharrlichkeit vorangetrieben. Zunächst durchaus gegen interne Widerstände. Insofern ist dies ein grandioser Abschied. Obschon er ja noch da ist, das nächste Bachfest mitplant und seine Verdienste auch auf anderen Feldern Legion sind. Der Abschied jedenfalls wird unendlich schwer fallen.

Das Thema Vita Christa klang zunächst etwas sperrig, hat sich dann aber als sehr überzeugend erwiesen. Das nächste Bachfest kreist um "die wahre Art. Das klingt auch nicht sonderlich griffig ...

Auf den ersten Blick nicht. Auf den zweiten sehr wohl. Das Zitat entstammt dem Titel des wichtigsten Lehrwerks von Carl Philipp Emanuel Bach, dessen 300. Geburtstag die Musikwelt 2014 feiert. Wir wollen das zum Anlass nehmen, zu fragen, ob es eigentlich "die wahre Art" der Aufführung barocker Musik gibt. Weit über die Benutzung moderner oder historischer Instrumente hinaus.

Das Bachfest 2014 findet vom 13. bis 22. Juni statt. Der Ticketverkauf startet am 15. Oktober. Mehr Infos unter  www.bachfestleipzig.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2013

Peter Korfmacher

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