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Ordnungsamt beendet Straßenmusik – Publikum in Leipzig will aber Felix Meyer hören

Ordnungsamt beendet Straßenmusik – Publikum in Leipzig will aber Felix Meyer hören

Rod Stewart hat so angefangen, Aura Dione auch. Manchmal werden aus Straßenmusikern Stars. Chansonnier Felix Meyer (38) und Band füllen längst problemlos Hallen wie im Werk 2, und am Freitag treten sie auf der Parkbühne Geyserhaus auf.

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Felix Meyer und Band in der Leipziger City.

Quelle: Evelyn ter Vehn

Leipzig. „Aber wir haben Bock drauf, hier draußen zu spielen“, sagt er. Mitarbeiter des Ordnungsamts unterbrachen das Konzert in der Leipziger Petersstraße – und bekamen es mit dem Publikum zu tun.

1000 Beschwerden pro Jahr

Die Regeln für Straßenmusiker in Leipzig sind klar. 30 Minuten Musizieren an einem Ort, danach ein deutlicher Standortwechsel. Verstärker verboten, Blasinstrumente und Trommeln nicht länger als 15 Minuten pro Standort. Die Polizeiverordnung und Sondernutzungssatzung der Stadt Leipzig legen das so fest. Nicht ohne Grund: Straßenmusik hat offenbar auch ordentlich Nerv-Potenzial. Rund 1000 Beschwerden gehen pro Jahr bei der Stadt ein, teilte das Ordnungsamt auf Anfrage von LVZ-Online mit.

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Leipzig. Rod Stewart hat so angefangen, Aura Dione auch. Manchmal werden aus Straßenmusikern Stars. Chansonnier Felix Meyer (38) und Band füllen längst problemlos Hallen wie im Werk 2, und am Freitag treten sie auf der Parkbühne Geyserhaus auf. „Aber wir haben Bock drauf, hier draußen zu spielen“, sagt er. Mitarbeiter des Ordnungsamts unterbrachen das Konzert in der Leipziger Petersstraße – und bekamen es mit dem Publikum zu tun.

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Vor allem Anwohner, Mitarbeiter von Büros und Gewerbetreibende fühlen sich gestört, wenn ausdauernd und laut vor der Haustür gespielt wird. Vom Frühjahr bis zum Herbst hätten sich die Kontrollen der Straßenmusiker zum Schwerpunkt der Außendienstmitarbeiter entwickelt, die in Schichten von 7 bis 21 Uhr in der City patrouillieren.

Vorsingen in der Stadtinformation

Andere Städte haben schon drastischere Maßnahmen ergriffen, um die Akustik-Flut von singenden Familienclans und Solo-Tenören, Akkordeon-Spielern und rollenden Pianos in Bahnen zu lenken. Dresden ist zwar gerade im Stadtrat mit dem Versuch gestrandet, Gebühren für die Kleinkünstler zu erheben. Doch in München zum Beispiel müssen die Musikanten nicht nur zehn Euro für eine Genehmigung zahlen, sondern auch in der Stadtinformation vorspielen.

„Wir müssen jetzt hundert Meter weiterziehen“, kündigt Felix Meyer an. Der gebürtige Berliner kennt die Regeln, die Straßen und Städte, denn seit vier Jahren zählt das Vagabundieren durch die Fußgängerzonen von Stralsund bis zum Bodensee zum Konzept der Band. 20.000 CDs sind in dieser Zeit an die Fans weggegangen. Und wenn er mit charismatischer Stimme seine Geschichten vom Lieben und Leben singt, seine Musiker ihn an Kontrabass und Akkordeon, Gitarre und Schlagzeug sanft begleiten, zaubert er vielen Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht.

Entsprechend groß war in dieser Woche der Frust über die Buchstabentreue der Ordnungshüter. Die werden plötzlich selbst zu Störern: Warum jetzt, warum hier aufhören? Das will dem Publikum nicht einleuchten. Passanten diskutieren sogar aufgebracht mit den Offiziellen. Oft sei ihm das noch nicht passiert, dass er so weitergeschickt werde, verrät Meyer am Rande.

Das Publikum als Umzugshelfer

Aber hatten die Ordnungshüter denn eine Wahl? „Kontrollen enden immer als Einzelfallentscheidungen für den jeweiligen Musiker und dessen Darbietungen“, teilt das Ordnungsamt LVZ-Online mit. Vorausgesetzt, dass es keine Störung gebe, dürfe die Spieldauer „im Rahmen der Prüfung der Verhältnismäßigkeit“ leicht überschritten werden.

Meyer bleibt gelassen, streut ein bisschen Ironie, bittet um Hilfe. Und das Publikum packt an: Einige tragen  den Teppich, auf dem Band spielt. Viele folgen ihr hundert Meter die Petersstraße hinauf und warten geduldig auf das neue Set. „Kann man diese Welt ernst nehmen…“, singt Felix Meyer. Die Zuhörer sind besänftigt, das Lächeln ist wieder da.

Felix Meyer und Band, 20 Uhr, Parkbühne Geyserhaus, Gräfestraße 25.

Evelyn ter Vehn

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