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Kultur „Orion“ machte ihn berühmt: Schauspieler Dietmar Schönherr gestorben
Nachrichten Kultur „Orion“ machte ihn berühmt: Schauspieler Dietmar Schönherr gestorben
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11:35 18.07.2014
Dietmar Schönherr ist tot. Quelle: Jörg Carstensen
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Berlin

Schönherr moderierte unter anderem Deutschlands erste Talkshow „Je später der Abend...“ und die ZDF-Quizshow „Wünsch dir was“, die berühmt wie berüchtigt war für ihre provokanten Themen und Spiele.  

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Bekannt war Schönherr auch durch seine Rolle als Commander Allister McLane in der Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille“ (Raumschiff Orion). Die 1966 ausgestrahlten Folgen sind auch deshalb in die TV-Geschichte eingegangen, weil aus Geldmangel Haushaltsgegenstände wie Bügeleisen und Badewanneneinläufe zur Ausstattung des Kommandostandes zweckentfremdet wurden. Dennoch war die siebenteilige Serie ein Straßenfeger.     

Seine Karriere begann der gebürtige Innsbrucker beim ORF, wechselte in den 1950er Jahren zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) und startete seine Laufbahn als Schauspieler. Mit dem Streifen „Rosenmontag“ (1955) wurde er populär. Es folgten rund 70 Filme wie „Der liebe Augustin“ (1959) oder „Schachnovelle“ (1960) bis „Bin ich schön?“ und „Der Schrei des Schmetterlings“, beide 1998. Auch in Fernsehrollen war Schönherr häufig zu sehen, unter anderem in Krimis wie „Ein Fall für zwei“ und „Tatort“. Für seine Leistung erhielt Schönherr unter anderem die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis.  

Gerade die ZDF-Show „Wünsch dir was“ (1970-1972), die er zusammen mit seiner Frau Vivi Bach moderierte, hatte zeitweise Kult-Status. Hier überzeugte das Duo mit seiner Spontaneität. 1970 sorgte in der Show der Auftritt einer Kandidatin in durchsichtiger Bluse für einen landesweiten TV-Skandal. Schönherr war auch Synchronsprecher und lieh seine sonore Stimme Schauspielern wie James Dean und Stephen McQueen. Als Theatermann stand er unter anderem in Salzburg, Bonn, Berlin und Zürich auf der Bühne. Er war Mitbegründer der Tiroler Volksschauspiele in Telfs.

Als Friedensaktivist und Entwicklungshelfer war Schönherr zeit seines Lebens auch ein politischer Kopf. Den US-Präsidenten Ronald Reagan nannte er einen „Verbrecher“. Schönherr beteiligte sich 1983 auch an der Blockade des US-Raketenstützpunktes in Mutlangen. Später engagierte er sich mit seiner Hilfsorganisation in Nicaragua. Zusammen mit seiner 2013 gestorbenen Frau war er schon in den 1990er Jahren nach Ibiza gezogen.

dpa

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