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„Postfaktisch“ ist das „Wort des Jahres“

Gesellschaft für deutsche Sprache „Postfaktisch“ ist das „Wort des Jahres“

„Postfaktisch“ ist das „Wort des Jahres“ 2016. Als Favoriten der Gesellschaft für deutsche Sprache galten auch „Brexit“ und „Gruselclowns“.

Am Freitag kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache „postfaktisch“ zum „Wort des Jahres“.
 

Quelle: dpa

Wiesbaden.  In politischen und gesellschaftlichen Diskussionen gehe es zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden. Insofern stehe „postfaktisch“ für einen tiefgreifenden politischen Wandel. Immer größere Bevölkerungsschichten seien aus Widerwillen gegen „die da oben“ bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen zu akzeptieren. Die Entscheidung der Jury sei einstimmig ausgefallen, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Peter Schlobinski.

„Postfaktisch“ hatte es vor kurzem in der englischen Übersetzung „post-truth“ schon zum „ International Word of the Year“ 2016 gebracht. Erst zum zweiten Mal überhaupt hat es ein Adjektiv zum Wort des Jahres gebracht, das erste war 1971 „aufmüpfig“.

"Postfaktisch" ist das Wort des Jahres 2016

„Postfaktisch“ ist das „Wort des Jahres“ 2016. Für welchen der Top5-Begriff hätten sie sich entschieden?

"Brexit“ landet auf dem zweiten Platz

Auf Platz zwei der Liste der Gesellschaft landete das Kunstwort „Brexit“, mit dem der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) bezeichnet wird. Das vorangegangene Referendum sei zugleich ein „Triumph postfaktischer Politik“ gewesen, denn die Befürworter seien mit zum Teil gezielten Fehlinformationen vorgegangen. Auf Platz drei wählten die Experten den Begriff „Silvesternacht“, mit dem nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen vor allem in Köln nun neue, unerfreuliche Assoziationen verbunden seien.

Alljährlich wird der Begriff gekürt, der nach Ansicht der Experten die öffentliche Diskussion in den vergangenen Monaten am meisten bestimmte. 2015 hatte sich die Jury für „Flüchtlinge“ entschieden.

Signifikanz und Popularität entscheiden über „Wort des Jahres“

Rund 1300 Fundstellen in Medien und 700 externe Vorschlägen galt es zu bewerten, erklärte die GfdS. Entscheidend sei den Angaben zufolge nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz, Popularität und sprachliche Qualität. Die Jury wählt stets eine Rangliste der insgesamt zehn wichtigsten Wörter des Jahres aus.

Das ist die Rangliste der wichtigsten Wörter 2016

Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat insgesamt zehn Wörter oder Wendungen, die den sprachlichen Nerv in den vergangenen zwölf Monaten am meisten getroffen haben, auf ihre Hitliste gestellt:

1. postfaktisch

2. Brexit

3. Silvesternacht

4. Schmähkritik

5. Trump-Effekt

6. Social Bots

7. schlechtes Blut

8. Gruselclown

9. Burkiniverbot

10. Oh wie schön ist Panama.

Die Aktion der Gesellschaft läuft seit 1977 alljährlich. Eine andere Jury aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten kürt zudem jedes Jahr ein „Unwort“. Am 10. Januar wird die Entscheidung für 2016 bekanntgegeben. Im November kürte eine 20-köpfige Experten-Jury „fly sein“ zum Jugendwort des Jahres. Sprachwissenschaftlich handelt es sich um eine Zusammensetzung aus dem englischen Wort “fly“ (deutsch: fliegen) und dem Verb “sein“. Nach Angaben der Jury lässt sich der Begriff mit “besonders abgehen“ übersetzen.

Die „Wörter des Jahres“ seit 2005

In den Jahren 2005 bis 2015 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden folgende Wörter ausgewählt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt haben:

- 2015: Flüchtlinge

- 2014: Lichtgrenze

- 2013: GroKo

- 2012: Rettungsroutine

- 2011: Stresstest

- 2010: Wutbürger

- 2009: Abwrackprämie

- 2008: Finanzkrise

- 2007: Klimakatastrophe

- 2006: Fanmeile

- 2005: Bundeskanzlerin

Von RND/dpa/are

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