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Rau, rotzig, rockig - Vor 50 Jahren erschien das erste Beatles-Album

Rau, rotzig, rockig - Vor 50 Jahren erschien das erste Beatles-Album

Sie kamen früh um zehn Uhr in die Londoner Abbey Road. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr. Vier Jungen aus Liverpool zwischen 19 und 22 Jahren.

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Cover des ersten Beatles-Album

Quelle: EMI

Sie hatten schon viele Abende den Cavern Club von Liverpool aufgeheizt, in Hamburg gespielt, zwei Singles aufgenommen und waren in der britisch-weiten TV-Show "Thank Your Lucky Stars".

Die erste Single "Love Me Do/P.S. I Love You" schaffte es bis zum Chartplatz 17, die zweite Single "Please, please me/Ask me Why" kam schon bis Platz 2. Nun wollte Parlophone, die Plattenfirma der Beatles, ein Album hinterher schicken. Dafür kamen John, Paul, George und Ringo am 11. Februar 1963 ins Studio 2 in der Abbey Road. Früh um elf begannen die Aufnahmen, abends um elf waren sie fertig. Zehn Songs, das Aufnahme-Budget lag bei 400 Pfund. Kein technischer Schnickschnack, die zwei Gesangs-Spuren von Paul bei "A Taste of Honey" waren der Gipfel der Nachbearbeitung. Es reichten ein Mikro vor jedem Verstärker, zwei Galgenmikros fürs Schlagzeug, eines für den Sänger und eines für die Bassdrums. Das Foto zum Cover schoss Angus McBean. Die vier Liverpooler auf dem Balkon des EMI-Bürohauses am Manchester Square in London. 1969 kehrte das Quartett dorthin noch einmal zurück - für die Cover vom roten und vom blauen Album.

John Lennon: "Die Platte sollte die Atmosphäre unserer Liveauftritte einfangen. Sie dürfte dem ziemlich nah gekommen sein." Es wurde nichts geprobt, sondern einfach losgelegt. "Please, please me" ist ein Zeugnis aus den Anfangsjahren der Beatles. Die Songs bersten vor Energie, Kraft und Spiellust, sind roh und rotzig, romantisch und rein. So müssen sie bei ihren Auftritten geklungen haben - und bevor aus den Live-Beatles die "raffinierten Beatles" (John Lennon) wurden.

Ganz am Ende, um 22.45 Uhr, stand John Lennon noch einmal am Mikrofon: "Twist and Shout", die Nummer der Isley Brothers. Aber mit was für einem Tempo! Was für einem überbordenden Wahnwitz! John Lennon, der schon mit einem Schnupfen ins Studio gekommen war: "Der letzte Song hatte mich fast umgebracht. Meine Stimme erholte sich danach nur langsam. Immer wenn ich schluckte, hatte ich das Gefühl, Nadeln in der Kehle zu haben." Produzent George Martin nannte es später den "sandpapierenen Sound".

Vierzehn Songs kamen auf das erste Album der Beatles, das am 22. März 1963 erschien. Acht Lieder kamen aus der Werkstatt Lennon/McCartney, darunter auch "Please, please me". Als der Song ihm einfiel, dachte John Lennon an Roy Orbison, mit dem die Beatles tourten. "Boys" und "Baby it's you" kamen von den Shirelles, "Anna" von Arthur Alexander, "A Taste of Honey" aus einem Musical. "Boys" singt Ringo, "Chains" und "Do you want to know a secret" George Harrison. Ein Song, der John Lennon einfiel, als er sich an ein Lied aus dem Disney-Trickfilm "Schneewittchen und die sieben Zwerge" erinnerte, das seine Mutter oft gesungen hatte: "Ich dachte, der Song sei richtig für George. Es kommen nur drei verschieden Töne vor - und er war nicht der beste Sänger der Welt." Elf Lieder teilen sich Lennon/McCartney.

Eines der schönsten ist sicher "There's a Place" mit seinen geheimnisvollen, dunklen Moll-Akkorden. "Misery" war ursprünglich für Helen Shapiro gedacht, doch ihre Firma lehnte ab. "I saw her standing there" mit den eingezählten 1, 2, 3, 4 eine richtige Tanznummer voll sexueller Anspielungen.

"Please, please me" schoss umgehend auf Platz eins der Charts, dann brach die Beatlemania aus - und nichts in der Popmusik war mehr so wie zuvor. Auch nicht bei den Beatles. Für das nächste Album "With The Beatles" gingen sie drei Monate lang immer wieder ins Studio.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2013

Norbert Wehrstedt

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