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Red-Bull-Arena wird für Filmprojekt Turn! zur Tanzfläche für knapp 200 Menschen

Red-Bull-Arena wird für Filmprojekt Turn! zur Tanzfläche für knapp 200 Menschen

Leipzig. Knapp 200 Menschen haben am Donnerstag den Rasen der Red-Bull-Arena in eine riesige Tanzfläche verwandelt. Gemeinsam führten sie eine eigens einstudierte Choreografie auf, die die Leipzigerin Heike Hennig für das Projekt Turn! der Niederländerin Anna Hoetjes entwickelt hat.

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Projekt-Initiatorin Anna Hoetjes gibt den Rhythmus vor.

Quelle: Regina Katzer

Das Filmprojekt setzt sich auf künstlerische Weise mit dem Phänomen Masse und Individuum auseinander.

Seit dem Morgen wurde in der Arena geübt, getanzt und gefilmt. Kleine und große, junge und alte Tänzer hatten sich in rund 25 Workshops auf den Auftritt vorbereitet. Werner Leitenberg aus Halle hatte die Choreografin bei einem solchen Performance-Tag kennen gelernt. „Und weil ich furchtbar gern tanze, bin ich heute dabei gewesen", sagte der 62-Jährige.

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Leipzig. Knapp 200 Menschen haben am Donnerstag den Rasen der Red-Bull-Arena in eine riesige Tanzfläche verwandelt. Gemeinsam führten sie eine eigens einstudierte Choreografie auf, die die Leipzigerin Heike Hennig für das Projekt Turn! der Niederländerin Anna Hoetjes entwickelt hat. Das Filmprojekt setzt sich auf künstlerische Weise mit dem Phänomen Masse und Individuum auseinander.

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Im Mittelpunkt steht bei Turn! das Gemeinsame. „Bei dem Projekt geht es nicht um eine Leistung, die abgerufen wird. Es geht um das Erlebnis von Gemeinschaft, die man durch so eine Sache leben kann, auch wenn man sich vorher gar nicht kannte", hatte Künstlerin Heike Hennig im Vorfeld erklärt.

Teilnehmer sind von einmaligem Erlebnis begeistert

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Anne Grobler hat das Filmprojekt Spaß gemacht.

Quelle: Regina Katzer

Die Tänzer waren vom einmaligen Projekt jedenfalls begeistert. „Es war toll, bei so einer besonderen Aktion dabei gewesen zu sein", erzählte Anne Grobler. Die Studentin ist im achten Monat schwanger, Mutter und Baby freuten sich über die Bewegung. Annes Mutter Monika war extra aus Berlin gekommen, um im Stadion dabei zu sein. „Ich arbeite mit Theatergruppen und habe viele Anregungen für meine eigene Arbeit bekommen, zum Beispiel, wie sich Gruppen fördern und stützen.

Die Red-Bull-Arena, die als ehemaliges Zentralstadion schon die Kulisse für die Turn- und Sportfeste der DDR gab, war der Wunsch-Ort für Projekt-Initiatorin Anna Hoetjes. Die Choreografien der Sportfeste lösten in Hoetjes beides aus: Angst und Faszination. "Ich habe überlegt, wie so ein Massenerlebnis losgelöst von politischer und kommerzieller Instrumentalisierung heute aussehen könnte", sagt die Künstlerin. Hennig stellt den Zusammenhang zur Sportfest-Tradition auch über Zitate in ihrer Choreografie auf.

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Für Normen Alt war das Projekt einmalig und gemeinschaftsfördernd.

Quelle: Regina Katzer

Den Sportcharakter spürten die Teilnehmer deutlich: „Sechs Stunden Training an der Luft, da stößt man irgendwann an seine Grenzen. Aber trotzdem war es ein einmaliges, gemeinschaftsförderndes Erlebnis mit Tänzern aus Frankreich, England, Irland, den Niederlanden und Deutschland, die gemeinsame Körpersprache entdeckt zu haben", findet Normen Alt, Student der Theaterwissenschaften an der Uni Leipzig.

Mehr Demokratie: Teilnehmer filmen sich mit Handy-Kameras

Das Film-Projekt Turn! ist jedoch nicht nur das Werk der beiden Künstlerinnen. Wer sich mittendrin bewegt, hat eine völlig andere Perspektive als der Beobachter - das gilt für die Historie genauso wie für die Inszenierung am Donnerstag. Auch die Teilnehmer waren deshalb gefragt und haben neben eigenen Elementen in der Choreografie den Film selbst mitgestaltet. Über vielfache Perspektiven soll "Demokratie ins Bild gebracht werden", so Hoetjes. Handys wurden verteilt, mit denen sich die Menschen selbst gefilmt haben. Außerdem dokumentierte ein Schwebekran den Massen-Tanz aus der Luft. Weitere Kameraleute bewegten sich am Rande des Geschehens.

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Katrin Meinert, Burkhard Kunst, Matthias Mai, Melanie Albrecht und der achtjährige Fynn Meinert waren dabei.

Quelle: Regina Katzer

Der Spaß an der Bewegung stand auch für andere im Vordergrund. „Schade, dass es jetzt schon vorbei ist. Aber ich werde auf jeden Fall weitertanzen", sagte HTWK-Studentin Maria Grzeszkiewicz, die mit Projektleiterin Hoetjes in einer WG lebt. Und auch der acht Jahre alte Fynn Meinert würde am liebsten jeden Tag tanzen. Er bereitet sich auf eine öffentliche Michael-Jackson-Performance Ende Juni in Leipzig vor. Mutter Katrin Meinert und Vater Burkhard Kunst waren beim Tanz-Flashmob im Stadion ebenfalls dabei.

Am Ende des Tages, kurz nach 17 Uhr, stand das Material zu dem Streifen, den die Initiatoren auf Festivals, in Galerien und im Internet zeigen wollen. Auf das Ergebnis freuen sich die Teilnehmer schon. Die neun Jahre alte Kristin Zilian aus Leipzig, die seit fünf Jahren tanzt, kann es kaum erwarten: „Ich bin jetzt auf den Film gespannt", sagte sie.

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Projekt-Initiatorin Anna Hoetjes gibt den Rhythmus vor.

Quelle: Regina Katzer

Ungefähr sechs Monate rechnet das Team für die Produktion des Kunstfilms. Anna Hoetjes, die Leiterin des Kunstprojekts, hatte nach dem Dreh Tränen in den Augen: „Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich. Wir haben den ganzen Tag wirklich hart gearbeitet, ein großes Dankeschön an alle Tänzer, die Filmcrew und das Team."

Ines Christ/Evelyn ter Vehn

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