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Regisseur im Wald: Der Tag des LVZ-Kunstpreisträgers Sebastian Nebe

Regisseur im Wald: Der Tag des LVZ-Kunstpreisträgers Sebastian Nebe

Es ist der „neue Morgen"; der Morgen der Ausstellung. Sebastian Nebe steht in den Räumen im ersten Stock des  Museums der bildenden Künste und hat nachdenklich seinen Zeigefinger ans Kinn gelegt.

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Maler Sebastian Nebe und LVDG-Geschäftsführer Marc Zeimetz bei der Verleihung des Kunstpreises der Leipziger Volkszeitung am 29. November 2013.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Eine Museums-Mitarbeiterin dimmt das Licht. „Die Beleuchtung ist gewissermaßen der letzte Akt", sagt Nebe und lächelt. Er wirkt ein wenig schüchtern.

Seit einer Woche ist er in Leipzig, mit den Vorbereitungen und dem Aufbau seiner ersten Einzelausstellung im Museum beschäftigt. Er lebt mit Freundin und Kind in Berlin, hat in Leipzig an der HGB studiert und die Meisterklasse 2012 bei Astrid Klein abgeschlossen. Für diese Woche ist er vorübergehend in sein altes Zimmer seiner Leipziger WG eingezogen, hat gewissermaßen sein „Nachtlager" bei Freunden aufgeschlagen.

Und nun, am Morgen vor der Ausstellung. Wie fühlt er sich? „Sehr gut", sagt er, lacht wieder. Ein wenig Aufregung schwingt mit. Noch ein prüfender Blick auf die Bilder, das Licht. Es sei wichtig, dass es nicht zu hell sei, die Bilder das Licht nicht spiegeln. Deshalb sind sie auch ohne Glasscheibe angebracht; die Papiere locker an die Wand gepinnt. „Wie Membranen", erklärt Nebe, „die in die Wand gehen. Wie Fenster zu anderen Szenerien."

Nebe erzählt von „Szenen" und „Settings", während er durch den ersten Ausstellungsraum führt. Abbilder einer verlassenen Ferienbungalow-Anlage in Berlin-Wandlitz hängen hier. „Ich versammle das Narrative", sagt er. Seine Hände gleiten wie die eines Regisseurs, der eine Kamerafahrt andeutet, von links nach rechts durch den Raum. „Aus der Fülle der Szenarien öffnet sich dann ein Blick in die Weite, in den Wald." Seine Hände bleiben in Richtung des zweiten Ausstellungsraumes stehen. Hier ist das Bild „Der neue Morgen" zu sehen: Ein Panorama-Bild, das Nebe, wie viele der Bilder, extra für diese Ausstellung malte.

„Ich denke, dass sich hier heute Abend die meisten Besucher versammeln werden", sagt Nebe. „Man kommt durch das Dickicht auf eine Art Bühne." Und was für eine: Im Gestrüpp, im Schnee ein Autowrack und ein Stuhl, der aus der DDR der 70er-Jahre stammen könnte. „Es ist auch eine Art Kindheitserinnerung", sagt Nebe. Früher habe er viel im Wald gespielt, und so seien die Motive auch Sinnbilder mit persönlicher Note. Nebe verschränkt die Arme: Es sei schon etwas merkwürdig, sagt er. „Man steht die ganze Zeit allein im Atelier und auf einmal interessieren sich so viele Leute für einen."

Abends, kurz vor der Preisverleihung: Im Foyer drängen sich Besucher. Nebe ist mittendrin, unterhält sich mit einem Freund. „Es sind ja nur ein paar Minuten auf der Bühne", sagt er, wie um sich selbst ein wenig Mut zuzusprechen. Und dann? „Auf jeden Fall erst mal ein Glas Sekt trinken." Eine Aftershow-Party ist auch geplant. Dann bricht das Blitzlichtgewitter der Fotografen auf ihn ein: Heute ist Nebe Hauptdarsteller – nicht Regisseur.

Lisa Berins

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