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Kultur Rockharz-Festival: Ankunft in der deutschen Open-Air-Profiliga - Zuschauerrekord
Nachrichten Kultur Rockharz-Festival: Ankunft in der deutschen Open-Air-Profiliga - Zuschauerrekord
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15:32 14.07.2012
Keineswegs ein Leichtmatrose: Dero von Oomph! hat sich fürs Rockharz extra hübsch gemacht. Quelle: Susanne Richter
Ballenstedt

Bei der 19. Auflage muss er zum ersten Mal das „Ausverkauft“-Schild in die Kassenhäuschen kleben - mit 10.000 Besuchern ist das Limit diesmal voll ausgeschöpft, im Vergleich zur Auflage vor Jahresfrist bedeutet das eine Steigerung um stolze 25 Prozent.

Das Rockharz-Festival ist damit in der deutschen Open-Air-Profiliga angekommen. „Wir haben 1993 als 'Rock gegen Rechts' mit den Abstürzenden Brieftauben angefangen, und jetzt spielen Bands wie Hatebreed, Amon Amarth und Blind Guardian bei uns. Das ist einfach der Wahnsinn“, malt sich Thorsten Kohlrausch immer wieder selbst das Grinsen ins Gesicht. Auch weil das Wetter zum ersten Mal mitspielt, zumindest mehr oder weniger.

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Ein Blick auf das Line Up beweist: Das Rockharz bietet eine Vielfalt, die  quasi für jeden Liebhaber von Stromgitarren akustische Schmeckerchen bietet. Bands wie Epica oder Lacuna Coil stehen für die weibliche Seite des ehemals männlich dominierten Geschäfts; Primordial und Paradise Lost besingen das Leid an sich und im Besonderen; Hatebreed zocken - mit einer halbstündigen Unterbrechung wegen Stromausfalls - den  härtesten Moshpit ins den Ballenstedter Schlamm, Tanzwut und Coppelius haben irgendwie etwas mit Mittelalter am Hut; Oomph!, Pain, Engel und Desperadoz demonstrieren in all ihrer Unterschiedlichkeit, wie tanzbar Metal heute sein kann; Blind Guardian bügeln (fast) alle geschmacklichen Differenzen glatt; Amon Amarth und Tyr beflaggen ihr Wikingerschiff mit dem reöhrenden Harzer Hirsch; Knorkator machen irgendwie auch mit.

52 Band stehen innerhalb von drei Tagen auf den beiden Bühnen, die - in Deutschland nur zweimalig, neben Wacken - gleichwertig nebeneinander stehen und abwechselnd bespielt werden. Umbaupausen reduzieren sich damit auf ganze fünf Minuten - auch das wird von den Besuchern goutiert.

Was vor 19 Jahren in Osterode, im Westharz, begann, hat eine Entwicklung vollzogen, die beispielhaft für die härtere Musikszene in Deutschland ist: Das Rockharz zog aus Kapazitätsgründen vor vier Jahren in den Osten, nach Ballenstedt, zehn Kilometer von Quedlinburg entfernt - und die Fans zogen nicht nur mit, es kommen jedes Jahr neue hinzu. „Festivals wie das Rockharz verzeichnen gute Wachtumsraten.

Deshalb sind sie sowohl touristisch als auch für das Image einer Region interessant“, macht Ingo Böhlert vom Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt klar. 31 mitteldeutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind mittlerweile im Netzwerk iRock zusammengeschlossen, um die Qualität von Festivals und damit deren Anziehungskraft zu steigern - auch das Rockharz ist Mitglied und profitiert davon.

Doch Thorsten Kohlrausch ist bemüht, die Euphorie zu bremsen: „Wir müssen diese Größe von 10.000 Besuchern erstmal optimieren. Unser Ziel ist eine hohe Besucherzufriedenheit, und die erreichen wir am besten, wenn wir neben all den Bands auch viele Freiräume und eine gute Logistik anbietet. Ich finde nichts schlimmer, als bei einem Konzert wie in einer Sardinendose zu stecken.“ Dennoch: Das Rockharz-Festival nimmt momentan gerade einmal 23 der insgesamt 70 Hektar vom Ballenstedter Flughafen in Beschlag. Platz zum Wachsen wäre also noch vorhanden.

Andreas Debski

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