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Kultur Sarkophag-Fragmente im Antikenmuseum zurück: Sammlung wieder vollständig
Nachrichten Kultur Sarkophag-Fragmente im Antikenmuseum zurück: Sammlung wieder vollständig
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13:34 11.10.2016
Hans-Peter Müller und Grit Friedmann stehen an den antiken Kunstwerken im Museum. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Ist das alles symbolisch?

"Es sieht wieder gut aus für unser Museum, das ja Bestandteil unserer Ausbildung ist", sagt Kustos Hans-Peter Müller vom Institut für Klassische Archäologie. Das hat das Uni-Rektorat bekanntlich als Schließ-Kandidat proklamiert, da - wie vom Sächsischen Wissenschaftsministerium gefordert - mittelfristig Stellen abgebaut werden müssen. Derzeit wird jedoch durch den Regierungswechsel im Freistaat Sachsen wieder neue Hoffnung geschöpft. Entschieden ist aber noch nichts. Das Institut versucht Konzepte einzubringen, um den Fortbestand der Ausbildung in Leipzig zu sichern.

Das Museum, 1840 als Lehr- und Studiensammlung gegründet, soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Seit 1994 ist es in der Alten Nikolaischule beheimatet. Die Sammlung ist - nach Restaurierung der Fragmente der Klazomenischen Sarkophage - nun auch wieder vollständig.

Leipzig. An der Fassade der Alten Nikolaischule prangert die Aufforderung "Antikenmuseum erhalten!". Drinnen wird die Ausstellung mit Sarkophagen ergänzt, bei der jüngsten Museumsnacht wurde gar eine antike Bestattungszeremonie zelebriert. Ist das alles symbolisch?

Bei den restaurierten Exponaten handelt es sich um Teile von wannenförmigen Ton-Sarkophagen, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Stadt Klazomenai an der Westküste der heutigen Türkei gefunden worden waren. "Sie zeichnen sich insbesondere durch eine reiche Bemalung am Rand aus", erklärt Kustos Müller. Auf den bildlichen Darstellungen sind beispielsweise Löwen, Steinböcke, Greifen sowie ein Pferdegespann mit geflügeltem Wagenlenker zu sehen. Der Kustos freut sich, dass diese einzigartigen Zeugnisse frühgriechischer Malerei aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. wieder für Lehre und Forschung verfügbar sind. Erstmals seit 1943 übrigens.

Nur ein Sarkophag hat den Zweiten Weltkrieg überstanden, die beiden anderen wurden stark beschädigt. Große Teile davon sind verschollen. Hinzu kommt: Die Universität ist 1968, als das Museum durch die Sprengung des Augusteums seine Räume verlor und in Magazine verbannt wurde, mit den verbliebenen Exponaten alles andere als pfleglich umgegangen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde die Originalsammlung des Museums - etwa 10 000 Objekte - kontinuierlich wiederhergestellt. "Die Restaurierung der großformatigen Klazomenischen Sarkophage war dabei die letzte große Herausforderung", sagt Müller. Das sei nur mit Hilfe des Freundeskreises der Stiftung der Länder möglich geworden. Weltweit sind nur etwa 200 Exemplare dieser Sarkophage bekannt. Wie Teile davon nach Leipzig kamen, ist nicht endgültig erforscht.

Das Antikenmuseum, Nikolaikirchhof 2 ist Dienstag und Donnerstag sowie am Wochenende jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt drei, ermäßigt 1.50 Euro.

Matthias Orbeck

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