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Kultur Schatten ohne Worte - Flowmotion Dance Company beeindruckt im Leipziger Gewandhaus
Nachrichten Kultur Schatten ohne Worte - Flowmotion Dance Company beeindruckt im Leipziger Gewandhaus
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22:39 05.01.2012
Was die Flowmotion Dance Company im Leipziger Gewandhaus dann bietet, ist rundum sehenswert. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Zumindest sieht es stark danach aus.

Schlagartig löst Walter Murphys Disco-Version der fünften Beethoven-Symphonie "Zarathustra" ab, und es springt die komplette Flowmotion Dance Company über die Bühne des Gewandhauses. Die ersten Kostproben des tänzerischen Könnens der Truppe machen Eindruck. Nur mit Schattenspielerei hat das immer noch nichts zu tun, was doch ein wenig verwundert. Immerhin wurden die "Fantastic Shadows" mit Verweis auf den jüngsten Auftritt bei Johannes B. Kerner hoch angepriesen.

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Während derlei Überlegungen noch durch den Raum wabern, verlagert die Dance Company ihre Show endlich hinter die Leinwand. Tanzend und akrobatisch spinnen die Schatten die Geschichte der Menschheit weiter, ohne dabei ein einziges Wort zu verlieren. Gesteuert durch ein überdimensional projiziertes Smartphone, falten sich mehrere Leiber durch den dargestellten Druck auf die Taste "Technology" zu einem Amboss zusammen. Der Schatten-Schmied haut auf das Eisen ein, dass die Funken fliegen, freilich ebenso eine Projektion. Auch die Verformung zu Fahrrädern, Mofas und Autos haben die Schatten im Verlauf der Show im Programm, ebenso wie Tiere, bekannte Bauten rund um den Globus und sogar den Fall der Berliner Mauer. Unerwartet und beeindruckend kreativ spielen die Tänzer mit einer über 2000 Jahre alten Form der Unterhaltung.

Begleitet wird die Flowmotion Dance Company von wohlausgesuchter Musik, die von klassischen Klängen über Pop und Filmtitel bis hin zu moderner Elektronica wie Dub-Step und Drum'n Bass reicht. Elektronisches tönt passend zu moderner Menschheitsgeschichte aus den Boxen. Zu John Lennons "Imagine" bilden die Körper ein Friedenssymbol und sogar Krieg-der-Sterne-Schurke Darth Vader mit Helm und Lichtschwert wird auf die Leinwand gezaubert.

Was im Vorfeld hoch gelobt daherkam, bestätigt sich am Augustusplatz: Die Schattenspieler liefern eine rundum sehenswerte Inszenierung ab, die zwischenzeitlich auch das Publikum mit einbezieht und schließlich in einer Pyro-Show - wiederum vor der Leinwand - gipfelt.

Felix Kretz

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