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Kultur Schkeuditzer Nachwuchsrocker kämpfen beim „Bandclash" um den Sieg in Leipzig
Nachrichten Kultur Schkeuditzer Nachwuchsrocker kämpfen beim „Bandclash" um den Sieg in Leipzig
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14:43 20.01.2012
Johannes Prautzsch, Steven Brendel, Nick Dünnebier und Oliver Krämer von "Short Run" im Schkeuditzer Proberaum Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Heute schreibt er zusammen mit seinen Bandkollegen Nick Dünnebier, Oliver Krämer und Steven Brendel eigene Texte. Mit deutschem Rock und Pop und mehr als 100 Fans kämpfen die vier Jungs aus Leipzig und Schkeuditz am Freitag beim ‚Bandclash' im Leipziger Werk 2 um den Einzug ins Landesfinale.

„Oh Marie, lass ihn einfach los, lass Dich und dein junges Leben nicht einfach fallen für nichts", schmettert Johannes mit geübter Stimme ins Mikrofon. Lässig steht Steven am Keyboard, während Olli den Bass bearbeitet und Nick seine Sticks kreisen lässt. Mit zehn hat er das Cello gegen sein Schlagzeug getauscht und ist seitdem begeisterter Drummer: „Ich mache das als Ausgleich, am Schlagzeug kann ich mich so richtig abreagieren", verrät der 15-Jährige.

Einmal in der Woche proben die vier bei Nick Zuhause im Schkeuditzer Keller. Ihre Texte, die sich um Liebe und Beziehungen, aber auch um Themen wie den Afghanistan-Krieg drehen, schreiben die Jungs selber. „In dem Lied ‚Marie' geht es um ein Mädchen, das von einem Kerl verarscht wird und Liebeskummer hat", erklärt Johannes. Oft seien die Texte vom wahren Leben inspiriert. „Wir übernehmen nicht eins zu eins unsere Erfahrungen, aber vieles, was wir singen, haben wir irgendwo gehört oder mitbekommen." Wichtig ist den Jungs, dass ihre Lieder eine Aussage haben. „Wir versuchen immer, etwas zu verändern, die Leute zum nachdenken anzuregen und ihnen zu zeigen, dass etwas passiert in der Welt", erklärt Olli.

„Ich habe mir schon immer gewünscht, in einer Band zu spielen"

Seit Ende 2009 proben Johannes, Olli und Nick, die sich bei verschiedenen Musikprojekten kennengelernt haben, zusammen. „Um unsere Musik so umzusetzen, wie wir es wollten, fehlte noch ein Instrument", erinnert sich Johannes. Ein Keyboarder sollte es sein und so kam Steve Mitte 2010 mit ins Boot und machte die Band „Short Run" komplett . „Ich habe sofort ja gesagt, weil ich mir immer schon gewünscht habe, in einer Band zu spielen", erinnert sich Steve. Für den „Bandclash", bei dem die Nachwuchsmusiker 20 Minuten vor rund 500 Fans spielen werden, haben die Jungs vier Songs vorbereitet. „Dafür haben wir die aktuellsten ausgewählt, von denen wir glauben, dass sie am meisten reinhauen", verrät Olli. Einer davon ist der Song „Marie", den die Band erst einmal, bei ihrem bisher größten Auftritt beim Schülerbandwettbewerb „School Jam" auf der Musikmesse in Frankfurt vor mehr als 1000 Zuschauern gespielt hat. „Das Gefühl, vor so vielen Menschen auf der Bühne zu stehen, war einfach unbeschreiblich", erzählt Steven. „Wenn man das beschreiben könnte, hätten wir sicher schon einen Song darüber geschrieben", sagt der 15-Jährige und lacht.

„Wenn man da oben steht, denkt man nicht mehr an die vielen Zuschauer"

Obwohl die Jungs bereits als Support von Culcha Candela und Stefanie Heinzmann gespielt haben, sind sie vor ihrem zweitgrößten Auftritt beim „Bandclash" immer noch aufgeregt. „Kurz bevor man auf die Bühne geht, ist das Herzklopfen meist am schlimmsten", hat Johannes erlebt. „Aber wenn man dann da oben steht, denkt man nicht mehr an die vielen Zuschauer." Bereits im Vorfeld können sich die Jungmusiker der Gunst des Publikums sicher sein - immerhin sind 100 von den 500 Zuschauern im Werk 2 extra für die Truppe von „Short Run" gekommen. Wer davon am meisten die Daumen drückt? „Auf jeden Fall unsere Eltern und natürlich meine Oma", sagt Johannes und lacht.Eine spezielle Show haben sich die vier, deren Vorbilder unter anderem Bruce Springsteen und die Toten Hosen sind, nicht überlegt. „Wir werden versuchen, so viel wie möglich spontan rüberzubringen", sagt Johannes. Natürlich hoffe man immer auf den Sieg, doch im Vordergrund stehe etwas anderes: „Das Wichtigste ist für uns, dass wir Spaß haben und eine gute Show abliefern", ist sich Nick sicher. Und selbst für den Fall dass die vier ins Deutschlandfinale einziehen und auch dort Erfolg haben, geben sich die Nachwuchsmusiker bescheiden: „Selbst wenn wir gewinnen heißt das nicht, dass wir es geschafft haben", sagt Johannes. „Eher im Gegenteil, dann müssen wir die Chance nutzen und das Richtige daraus machen."  

Stefanie Buessing

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