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Seelische Nähe: Yvonne Catterfled im Arthur-Bretschneider-Park

Konzert Seelische Nähe: Yvonne Catterfled im Arthur-Bretschneider-Park

Einst schob Yvonne Catterfeld für viele die düsteren Wolken weiter, half Teenies durch den ersten Liebeskummer, stand für seichten Pop für die breite Masse, doch etwas hat sich bei ihr getan. Am Freitag trat die 37-Jährige auf der Geyserhaus-Parkbühne auf.

Popsternchen a.D.: Yvonne Catterfeld, 37, mit Band im Arthur-Bretschneider-Park.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Einst schob Yvonne Catterfeld für viele die düsteren Wolken weiter, half Teenies durch den ersten Liebeskummer, stand für seichten Pop für die breite Masse, doch etwas hat sich bei ihr getan.

Denn auf ihrem jüngsten Album „Guten Morgen Freiheit“, das sie rund 650 Anhängern am Freitagabend auf der Parkbühne des Geyserhauses präsentiert hat, zeigt das einstige Popsternchen erwachsenere, intimere Seiten. Sie thematisiert ihren Weg zur persönlichen Freiheit und sich selbst, Aufbruch und Eigenständigkeit.

Etwas kühl zieht es an diesem Sommerabend durch die Reihen, als die zarte Frau auf die Bühne tritt. Nah ist sie ihrem Publikum räumlich auf der kleinen Parkbühne, aber auch seelisch. Sympathisch und authentisch erzählt sie Anekdoten, lässt ihre Fans teilhaben an den Schaffensprozessen ihrer Texte, berichtet aber aus ihrem Leben auch gern jenseits ihrer Songs.

Mit Leipzig verbindet sie viel, erklärt die stets lächelnde Catterfeld, am Vormittag sei sie noch durch die Stadt geschlendert und habe in alten Erinnerungen geschwelgt. Anfang der 2000er studierte sie direkt nach dem Abitur an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig Jazz und Pop. Dazu bringt sie passend den Song „Pendel“. Er dreht sich darum, wie schwer es ist, Neues zu wagen, Altes zu vergessen oder auch – wie sie selbst einst in Leipzig – komplett neu zu starten: „Weißt du noch, deine erste Wohnung? Die große Stadt, du kamst nicht zurecht. Damals war dir alles fremd, und jetzt willst du nicht mehr weg.“

Kleine Abrechnung mit allen, die sie unterschätzen

Im Publikum klatscht man begeistert mit, Familien, ältere Paare und auch der eine oder andere Mädelsabend sind auszumachen. Bei Songs wie „Guten Morgen Freiheit“ oder „Irgendwas“ stehen die Zuschauer auf vom gemütlichen Sitzkissen und unterstützen mit Gesang und wippenden Armen die Performance der Künstlerin.

Aus ihren Songs, die meist unter dem Motto „Wohlfühlen“ stehen, sticht der Song „Mehr als ihr seht“ deutlich heraus. Eine kleine Abrechnung mit allen, die sie unterschätzen und sie nur einseitig betrachten wollen. Nicht nur textlich, auch musikalisch hat sich die gebürtige Erfurterin entwickelt. Neben einigen Balladen wird es soulig, zeitweise auch mit Reggae-Sounds unterlegt.

Catterfelds „The Voice of Germany“-Schützling Friedemann Petter schließt sich ihr immer wieder als Duett-Partner an. Im Team der Sängerin schaffte es der Leipziger in der letzten Staffel bis ins Halbfinale. Seit 2016 fungiert Catterfeld als Jurorin der Castingshow. Gemeinsam singen sie „Tür und Angel“, ein schmachtendes Liebeslied über die Stärke und den Halt, den man von einem Partner in einer Beziehung bekommen kann.

Außer in „The Voice“ war die Berlinerin 2015 in der Show „Sing mein Song“ zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte sie dort durch ihre Interpretation von Andreas Bouranis „Hey“. „Zuerst wollte ich einen ganz anderen Song singen, war aber selbst nicht damit zufrieden. Ich wusste, dass es besser geht, wenn etwas besser zu mir passt“, erläutert sie die Geschichte des Liedes. Sie hat sich nicht beirren lassen und auf sich selbst vertraut: „Und das sollte ich auch immer tun“, sagt sie resümierend selbstsicher, man solle wohl selbst sein schärfster Kritiker sein.

Ihr letztes und auch persönlichstes Lied „Was bleibt“ feiern die Fans noch einmal gebührend. Laut schallt es „Was bleibt ohoo uh“ durch das Publikum – ein Ohrwurm, der sich bis nach Hause einnistet.

Von Sarah Englisch

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