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Kultur Sicht eines Landes „an der Grenze zwischen Europa und Nichteuropa“
Nachrichten Kultur Sicht eines Landes „an der Grenze zwischen Europa und Nichteuropa“
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17:52 22.02.2017
Pressekonferenz zur kommenden Buchmesse. (v.l. Ausrine Zilinskiene , Oliver Zille , Tina Mendelsohn , Esra Kücük und Eugenijus Alisanka) Quelle: Kempner
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Leipzig

Genau hier, in der Leipziger Kongreßhalle am Zoo, wird in einem Monat der „Große ,Leipzig liest’-Abend“ sattfinden – mit Thomas Brussig, Jostein Gaarder und Martin Suter. Gestern hat Buchmessedirektor Oliver Zille hier bei einem Pressegespräch das Programm für das Lesefest „Leipzig liest“ vorgestellt. Und die Namen bekannter Autoren fielen eher nebenbei. Denn mehr als um Prominenz der Namen geht es um Relevanz der Inhalte.

Das verspricht auch die Zusammenstellung des Podiums: Programmchefin Aušrine Žilinskiene und Schriftsteller Eugenijus Ališanka stellen den Schwerpunkt Litauen vor, Esra Küçük das Programm „Europa 21“ und Oliver Zille das große Ganze, wozu immer auch Zahlen gehören, und zwar steigende: Über 2400 Aussteller werden in den Messehallen erwartet sowie insgesamt über 3200 Mitwirkende bei über 3400 Veranstaltungen auf 571 Bühnen, wobei 411 dieser Bühnen in der Stadt stehen werden und 160 auf dem Messegelände. Dort wiederum gibt es wegen der zu erwartenden über 260.000 Besucher ein neues Sicherheitskonzept, zu dem eine „erweiterte Besucherführung“ gehört, was bedeutet, zwischen den Hallen wechseln zu können, ohne die engen Glasröhren benutzen zu müssen. Das könnte vor allem am Wochenende für Entspannung sorgen, denn auch diesmal findet zeitgleich die Manga-Comic-Con statt.

Von Moderatorin Tina Mendelsohn nach dem „Kostümfest“ befragt, sagt Zille: „Die Messe ist nicht per se ein Kostümfest, sondern der Manga- und Comic-Markt ein wichtiger Bestandteil des Buchmarktes. Wir sind gut beraten, ein breites Publikum nach Leipzig zu locken.“

Das stets umgarnte sogenannte „jüngere Publikum“ wird nicht nur in  „Neuland 2.0“ und Blogger-Lounges fündig, nicht allein bei Schüler-Rallyes und Luther-Slams, es findet im Programmschwerpunkt „Europa 21“ einen Denk-Raum zum Innehalten und Reflektieren, zum Debattieren über das, wofür Europa steht oder stehen sollte und was das mit der eigenen Zukunft zu tun hat. Dabei werde, sagt Kuratorin Esra Küçük, auch die Debattenkultur hinterfragt. Es sei wichtig, uns selbst in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen zu stellen. Sie ist Direktoriums-Mitglied des Berliner Maxim-Gorki-Theaters und konstatiert: „Es wird viel über Angst geredet. Es ist spannender, über Mut zu sprechen.“

Und es wird aufschlussreich sein, von  der Literatur und den Literaten Litauens zu erfahren. Über 20 neue Übersetzungen wird es geben, auf über 60 Veranstaltungen werden sie vorgestellt. Dabei geht es auch um die Sicht eines Landes, das sich, wie Eugenijus Ališanka sagt, „an der Grenze zwischen Europa und Nichteuropa“ befindet und in dieser Lage vielen Kämpfen stärker ausgesetzt sei als andere.

Leipziger Buchmesse: 23. bis 26. März; das Programm ist online. Und zu unserem Special zur Buchmesse geht es hier.

Janina Fleischer

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