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Kultur Silvesterkonzerte von ARD und ZDF: Musikalischer Wettlauf zwischen Dresden und Berlin
Nachrichten Kultur Silvesterkonzerte von ARD und ZDF: Musikalischer Wettlauf zwischen Dresden und Berlin
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14:25 30.12.2011
Christian Thielemann dirigiert das Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden, das im ZDF übertragen wird. Quelle: Arno Burgi
Dresden/Berlin

Die ARD zeigt das Konzert der Berliner unter ihrem Chef Sir Simon Rattle von 18.30 Uhr an, die Dresdner setzen mit Christian Thielemann zwar schon eine knappe Stunde eher ein, sind aber erst 19.00 Uhr fertig.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, das hat mich auch geärgert", sagte Thielemann kurz vor dem Jahresfinale im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Sender hätten gesagt, dieses Jahr werde das nicht passieren. „Ich finde es unmöglich, aber schuld sind wir nicht." Wer ein Silvesterkonzert hören will, könne nun zwischen „zwei ernsthaften Herren wechseln", sagte der 52-Jährige. Er habe jedenfalls mit seinen Musikern bei einem Programm mit Werken von Franz Lehár jede Menge Spaß. „Das Orchester ist einfach nur begeistert von der Musik. Alle sitzen grinsend auf den Stühlen, weil sie endlich mal so etwas spielen dürfen."CDU-Politiker Johannes Beermann, der als Chef der sächsischen Staatskanzlei die Medienpolitik der unionsgeführten Länder dirigiert, poltert gegen das Doppelkonzert. „Dass wir in diesem Jahr dasselbe Phänomen wieder haben, zeigt, dass die beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten möglicherweise zwar offene Ohren, aber keine offenen Herzen haben", sagte Beermann kurz vor Weihnachten bei „Focus-Online". Eventuell müsse der Gesetzgeber „wie bei zwei sich zankenden Kindern" einschreiten. Für den sächsischen Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) ist die Dopplung Ausdruck für den „Reparaturbedarf" bei den Öffentlich-Rechtlichen. Er selbst hat sich entschieden. „Ich sitze mit meiner Frau in der Semperoper."Nur inhaltlich präsentieren sich die beiden Top-Orchester kontrastreich. In Berlin dreht sich zu Silvester alles um den Tanz. Da gibt es slawische und ungarische Tänze von Antonín Dvorák und Johannes Brahms, den verführerischen Tanz der sieben Schleier aus Richard Strauss' Oper „Salome" oder Auszüge aus Igor Strawinskys Ballett „Der Feuervogel". In Dresden setzt Christian Thielemann, der im Sommer 2012 offiziell sein Amt als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden antritt, wie im Vorjahr auf die „leichte Muse", die so schwer zu spielen ist. Diesmal sind es Auszüge aus mehreren Operetten von Franz Lehár. Dass Opernstar Anna Netrebko und ihr Mann Erwin Schrott kurzfristig absagten, soll die Stimmung nicht trüben.

Jörg Schurig, dpa

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