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Kultur Simply Red in der Arena Leipzig
Nachrichten Kultur Simply Red in der Arena Leipzig
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22:49 08.11.2015
Simply Red spielten in der Arena Leipzig.  Quelle: Kempner
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Leipzig

 Es hat etwas jungenhaft Egomanes: Am Samstagabend spielten in der ausverkauften Arena Simply Red im Rahmen ihrer Big-Love-Tour, die nach dem aktuellen Album benannt, aber eigentlich eine Best-of-Tour ist. Eine, die Revue passieren lässt, was von Simply Red unters Volk gebracht wurde an Hits seit dem ersten und im Grunde auch besten, dem „Picture Book“- Album von 1985. Auf dem dann ja auch dieses wunderbare „Holding Back the Years“ zu finden ist, mit welchem die Show beginnt. Nach einem Intro, das erst einen Embryonen, dann Baby-, Kinder-, Jugend- und Popkarrierefotos von diesem heute 55-jährigen Sänger übergroß projiziert. Damit auch dem Letzten klar wird, wer allein letztlich Simply Red ist.

Am Samstagabend spielten Simply Red in der ausverkaften Arena Leipzig. Foto: André Kempner

Mick Hucknall nämlich. Der wie gewohnt nichts anbrennen lässt und gleich voll einsteigt mit seiner unverwechselbaren Blue-Eyed-Soul-Stimme. Und ja, was hilft es: Man ist sofort überwältigt von dieser satinsanft schmachtenden Klage angesichts verschwendeter Tränen und verschwendeter Jahre. Und gut zwei Stunden lang ist es genau das, was Simply Red im Grunde tun in diesem Konzert. Festhalten an großen Zeiten. Alte Hits aufleben lassen – mit denen natürlich auch für das Publikum Erinnerungen aufleben, die sich in den drei Jahrzehnten, die seit „Picture Book“ vergangen sind, angesammelt haben mögen. Alt genug dafür ist das Gros im Saal auf jedem Fall.

Und so lässig routiniert das Konzert in Folge dann auch daherschnurren mag: die Fans schnurren mit, mit ihrem rothaarigen Schmusekater auf der Bühne. Dass dieses Schnurren in gern aufs schönste schmalzenden Septimen, auch mal ins Schlagerhaft driftet, oder Hucknall als Performer mitunter eher wirkt wie ein Abiturient beim Abschlussballkulturprogramm, als ein gestandener Profi, fällt dabei kaum negativ ins Gewicht. Zumal dieser Umstand durchaus Charme hat. Die musikalische Melange aus Pop und Soul, mit Jazz- oder Reggae-Anteilen, funktioniert jedenfalls nach wie vor allerbestens. Den Kniff, mal mit mehr, mal weniger geschickt arrangierten Melodien direkt ins Ohr und darüber in die Beine des Publikums zu gelangen, beherrschen Simply Red perfekt. Wozu – Ego hin oder her – die sechs hervorragenden Musiker hinter Hucknall entscheidend beitragen.

Und so sitzt schnell keiner im Publikum mehr auf seinem Stuhl. Man wiegt sich gerührt in den Hüften zu „For Your Babys“, Auge in Auge mit goldigen Kinderfotoprojektionen auf der Bühne. Nein, Angst vor Kitsch sollte man hier nicht haben. Weshalb auch nach „Enough“ natürlich nach noch mehr verlangt wird. Wozu wiederum das chorische Mantra „We’re talkin´about money, money“ gut passt, mit dem die Massen bei „Money’s Too Tight (To Mention)“ die Halle beben lassen. Bis schließlich nach zwei Zugaben „If You Don’t Know Me By Now“ den Kreis wieder schließt mit einem schmachtend schönen Abschlusspunkt.

Von Steffen Georgi

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