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Sir Colin Davis ist tot - Trauer um Dresdner Ehrendirigenten

Sir Colin Davis ist tot - Trauer um Dresdner Ehrendirigenten

Die Sächsische Staatskapelle Dresden trauert um ihren Ehrendirigenten Sir Colin Davis. Er ist am Sonntag im Alter von 85 Jahren in London gestorben. In Dresden soll er unvergessen bleiben.

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Sir Colin Davis ist tot. Foto: Esteban Cobo

Quelle: dpa

Chicago/Dresden. Am Montag würdigten Musikinstitutionen in der Elbestadt den Maestro, der Dresden seit seinem ersten Besuch 1981 eng verbunden war.

Die Staatskapelle erhielt die Nachricht vom Tod während ihrer USA-Tournee und will Davis nun die beiden Konzerte an diesem Mittwoch und Freitag in New York Ende widmen. „New York war eine der künstlerischen Wirkungsstätten von Sir Colin Davis - London und Dresden blieben bis zum Schluss seine musikalische Heimat“, sagte Orchesterdirektor Jan Nast. Davis dirigierte hier mehr als 300 Aufführungen. 1990 wurde er zum ersten Ehrendirigenten der „Kapelle“ ernannt.

„Wir haben mit ihm unzählige Tourneen, unter anderem die erste Südamerika-Tournee des Orchesters, durchgeführt, viele CDs aufgenommen“, sagte Nast. Mit dem „Sir“ - wie der Dirigent in Dresden hieß - habe die Musiker viel verbunden. „Er war immer offen für neues Repertoire, nahm mit der Staatskapelle alle Sinfonien von Schubert und von Beethoven auf.“ Auch Jean Sibelius, Edward Elgar oder Ralph Vaughan Williams spielten die Dresdner unter seiner Leitung. In Dresden wollte Davis noch einmal Werke von Mozart dirigieren. Ende Januar dieses Jahres sagte er alle Konzerte bis zum Ende der aktuellen Spielzeit im Sommer ab. Im Mai 2012 hatte Davis bei einem Konzert in der Semperoper einen Schwächeanfall erlitten, das Dirigat aber dennoch beendet.

„Sir Colin war ein ungemein liebenswürdiger und völlig unprätentiöser Mensch, der mit seiner Warmherzigkeit die Herzen aller sofort für sich gewann“, betonte der Chefdirigent der Staatskapelle, Christian Thielemann. „Zwischen ihm und der Staatskapelle bestand ein künstlerischer Einklang, wie er nur ganz selten zu finden ist.“ Die Sächsische Staatskapelle habe nicht nur ihren Ehrendirigenten verloren, sondern vor allem einen einzigartigen Freund. „Wir werden ihn nie vergessen“, sagte Thielemann.

Das Orchester hatte für die nächste Saison mit dem Briten bereits geplant. „Er hatte sich schon ein Programm für dieses Konzert überlegt und wollte unter anderem die „Linzer“-Symphonie von Mozart dirigieren. Dass es dazu nun nicht mehr kommen wird, macht uns alle sprachlos und erfüllt uns mit großer Trauer und Wehmut“, sagte Nast.

Auch die Dresdner Musikhochschule trauert um den Musiker, der oft dort Kurse gegeben hatte und mit dem Hochschulorchester musizierte. „Das Engagement dieses bedeutenden Dirigenten für Dresden und die Menschen in der damaligen DDR bedeutete mehr als nur eine künstlerische Bereicherung“, erklärte Rektor Ekkehard Klemm. „Mit Colin Davis waren Dresden und die Staatskapelle über den „Eisernen Vorhang“ hinaus mit der großen musikalischen Welt verbunden - sein Einsatz und seine Liebe zur Elbestadt halfen, wichtige Brücken zu bauen, die ab 1991 regelmäßig und in der Funktion eines Ehrendirigenten beschritten wurden.“ Davis war zugleich Schirmherr des sächsischen Landesgymnasiums für Musik in Dresden.

dpa

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