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Stefan Diederich dirigiert Bruckner und Mahler

Stefan Diederich dirigiert Bruckner und Mahler

Traumschön singt Norbert Kaschels Oboe vom "Abschied", streichelt zärtlich die Seele des Hörer. Holger Engelhardts Violine tastet sich dazu, immer mehr Linien schlingen sich hinein, erkunden mit Gustav Mahlers "Lied von der Erde" den letzten Außenposten der Tonalität.

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Quelle: André Kempner

Leipzig. 13 Musiker nur sind es, die im zweiten "Klangfarben"-Konzert am Karfreitag in der mau besuchten MuKo auf diese poetische Expedition gehen. Denn auf dem Pult von Musikdirektor Stefan Diederich liegt nicht Mahlers monumentale Original-Partitur, sondern Schönbergs Ensemble-Bearbeitung, die die sinfonische Lyrik zur kammermusikalischen destilliert.

Diese Version steigert die Eigenverantwortung der Musiker ins Unermessliche - und wie die Mitglieder des Orchesters der Musikalischen Komödie damit umgehen, lässt keine Wünsche offen. Subtil, sinnlich, jeden Ton aufgeladen mit Emotion und Bedeutung, dabei indes immer fein reagierend auf die Kollegen und den transparenten Fluss auf den Diederich aus ist - farbiger, dichter, intensiver kann Musik nicht klingen.

Als Solisten verpflichtete die MuKo Anke Berndt, deren Sopran bei aller kundigen Ausgestaltung etwas monochrom bleibt, und den Tenor Michael Baba, der unten und in der Mitte warm und weich tönt, in der Höhe aber unkammermusikalisch forciert.

Die erste Konzert-Halbzeit gehört Bruckners Zweiter. Und auch hier lassen Diederich und sein Orchester vom erstenTon an aufhorchen: Hell, drahtig ist der Klang. Was sonst oft diffuse Streicherfläche leibt, hier brodelt es vor Details. Die Logik, mit der Diederich im Kopfsatz Bruckners komplexe Polyphonie ausbreitet, wie er bei den Steigerungen den langen Atem hat, seine Musiker gemeinsam zum Höhepunkt zu führen, den er ans Ende es Satzes setzt, beeindruckt uneingeschränkt.

Um so mehr enttäuschen die anderen drei Sätze. Im Gebläse mangelt es an Intonationshygiene, die Geigen-Figurationen, in die Bruckner seine harmonischen Entwicklungen aufbricht, zerfasern, obwohl Konzertmeisterin Agnes Farkas alles gibt, um die Kollegen beieinander zu halten. Und Diederich gelingt ausgerechnet das nicht mehr, was den ersten Satz so bemerkenswert machte: jenseits des Episodischen eine Gesamtarchitektur hörbar zu machen. Was insgesamt nichts am Befund ändert, dass in Lindenau auch in diesem Repertoire bemerkenswerte Qualitäten sich verbergen.kfm

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.04.2014

Korfmacher, Peter

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