Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Steffen Klewar inszeniert Jörg Albechts "My Love Was a Ghost" in der Diskothek

Steffen Klewar inszeniert Jörg Albechts "My Love Was a Ghost" in der Diskothek

"Überschreibungen" nennt sich die neue Reihe des Schauspiels, in der sich, so steht es auf der Webseite, junge Autoren "Texten eines klassisch-kanonischen Repertoires" zuwenden, um darin "nach Gültigkeiten und Motiven, die auch heute noch von Bedeutung sind" zu suchen.

Voriger Artikel
Weltgeschichte im globalen Dorf - Buchhandels-Friedenspreis für US-Autor Jaron Lanier
Nächster Artikel
Die Enge unterm Südseehimmel: "Angst reist mit" feiert am Schauspiel Leipzig Premiere

Jörg Albechts "My Love Was a Ghost" in der Diskothek am Schauspiel leipzig.

Quelle: Animation Hawaii F3

Leipzig. Um dann, ausgehend vom Gefundenen, einen Theatertext zu verfassen, der "komplett neu" sei, mit einer "Bearbeitung im herkömmlichen Sinne nichts zu tun" habe.

Am Donnerstag konnte man auf der Diskothek-Bühne anhand von Fontanes "Effi Briest" erleben, wie so was aussieht. "My Love Was a Ghost" heißt das Stück, das beim Überschreiben heraus kam. Verfasst hat es Jörg Albrecht (Jahrgang 1981), inszeniert Steffen Klewar (Jahrgang 1982).

Was dabei nun die Suche nach "Gültigkeiten und Motiven" angeht, verhält es sich wie bei der Psychoanalyse, die ihre Ostereier auch immer dort findet, wo sie sie vorher selbst versteckt hat: Im Themenkörbchen des Gegenwartstheaters finden sich wieder und wieder die gleichen Eiereien. Es scheint inzwischen keinen Text mehr zu geben, klassisch-kanonisch oder nicht, aus dem nicht irgendwas mit Gentrifizierung, Globalisierung und Kapitalismuskritik rauszuholen ist. Albrecht/Klewar mischen fröhlich mit. Schwimmer im breiten Strom eines intellektuellen Zeitgeistkonsens, den "My Love Was a Ghost" bestens bedient mit jener bewährten Kombination aus einer Schlagwortsuada in rhetorischen Grobverschraubungen und kulturellem (auch popkulturellem) Assoziationsgeplänkel. Das wirkt, als wäre Theater inzwischen endgültig die Probierwiese für künstlerisch ambitionierte Literatur-, Kultur- und Theaterwissenschaftler. Viel soziologischer und kultureller Diskurs also, was man so gelernt hat in diversen Seminaren. Zum Leben, zum Spiel, erwacht da nichts. Angelesenees stapft in jede Szene-, von Erkundung und Erfahrung, von Vitalität keine Spur. Vom persönlichen Ton ganz zu schweigen.

Da können die Schauspieler (Daniela Keckeis, Ulrich Brandhoff, Michael Pempelforth) machen, was sie wollen. Und so ist das Spannendste dieser Inszenierung, jener lange Monolog, den Pempelforth irgendwann gibt. Zeigend, was ein guter Schauspieler aus ederlei noch rausholen kann. Dabei fast wirkend, als würde er, stellvertretend für das Theater, dieses aus einer luftnehmenden Umklammerung befreien wollen. Leider vergebens.

Vorstellungen: 13., 19., 28. Juni, 3., 11. Juli. Karten und Infos unter Tel. 0341 1268168.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2014

Georgi, Steffen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Das Schumann-Haus Leipzig widmet sich dem Leben und Wirken des Komponisten-Ehepaars Robert und Clara Schumann. mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr