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Kultur Straßenmusikerfestival auf der Rennbahn
Nachrichten Kultur Straßenmusikerfestival auf der Rennbahn
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16:34 06.06.2017
Ein Dienstag-Gig im Elsterartig: Stefan Lorenz (l.) und Musiker Peter Gatsby Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Keine großen Namen, kein Hype. Es geht einzig um die Musik. Es geht um eine Bühne für alle. Und es geht um den kaputtbenutzten, aber hier so treffenden Begriff der Authentizität. Für den Samstag ruft Gastronom Stefan Lorenz ein Straßenmusikfestival Leipzig ins Leben: Das Gelände der Rennbahn am Scheibenholz verwandelt sich zur breiten Fläche, um jenen ein Podium zu bieten, die sonst in der Fußgängerzone ihr Können beweisen. Und das ist beachtlich: „Leipzig hat inzwischen eine große Straßenmusiker-Szene von hoher Qualität“, schwärmt der Wirt des Elsterartig.

Wenn es einer weiß, dann der 35-Jährige: An jedem Dienstag spielen in seiner Location am Dittrichring Künstler oder Bands, die sonst regelmäßig auf der Achse zwischen Grimmaischer und Petersstraße ihre Instrumente auspacken. „Ich hab’ ein paar von ihnen einfach angesprochen, ob sie nicht bei uns spielen wollen“, erzählt Lorenz, „alle waren offen und begeistert“. Mittlerweile hat sich der Dienstag-Termin etabliert, ist gut besucht und generiert die berühmte Win-Win-Situation: Besucher zahlen keinen Eintritt, konsumieren dafür im Lauf des Abends Einiges, der jeweilige Act erhält eine kleine Gage und spielt für den Hut – „der füllt sich immer recht gut“, weiß Lorenz. Auch das Echo auf das dienstägliche Straßenmusiker-Konzept fällt von allen Beteiligten positiv aus.

Was die Auftretenden hier abliefern, liegt weit entfernt vom alten Klischee des semibegabten Fußgängerzonen-Lagerers. Sie kommen aus Irland, Italien, den USA oder Polen – „und sind in Leipzig hängen geblieben, weil sie sich in dieser Stadt wohl fühlen“, hat Lorenz erfahren. „Alles Leute, die keine Unterstützung durch Marketing bekommen, die aber ein großes Publikum verdient haben.“

Wer einmal die fantastische Musikalität und den hohen Unterhaltungsfaktor der Mad Hatters auf der Einkaufsmeile erlebt hat, weiß, warum die junge Band zu den Lieblingen der Passanten gehört. Daher nachvollziehbar, dass das quirlige Quintett beim Spektakel gegen 20 Uhr für den krönenden Abschluss sorgen wird. Insgesamt beschallen über 15 Solo-Künstler und Bands das Festival „Straßenmusiker on Stage“. Konzipiert ist es als Ganztagsvergnügen: Bereits um 13 Uhr stehen die Tore auf der Galopprennbahn offen, bis 22 Uhr werden zwei Bühnen und zwei kleine Buchten bespielt. Zu den Teilnehmern gehören unter anderem Dingoes Ate My Baby, Arik Dov, Stefan Saffer, Peter Gatsby, Falko Linß, Jan & Róisín sowie Pit Strehl.

Ein planerisch nicht unwesentlicher Kraftakt, den Lorenz jedoch gern stemmt, weil er für das Projekt brennt. Der geborene Leipziger absolvierte ein BWL-Studium, machte aber bereits während diesem die Erfahrung, dass ihm das Organisieren von Parties besonders viel Spaß macht: „Ich liebe es, Menschen zu begeistern und zu bewegen“, sagt der sympathische Gastronom. Vor gut drei Jahren verbündete er sich mit Sebastian Seifert (L1) und Rocco Fischer (Burgermeister), um das Elsterartig zu betreiben. Eine gute Entscheidung, denn der Laden läuft. Trifft das auch aufs Festival zu, ist eine Fortsetzung wahrscheinlich.

Samstag von 13 bis 22 Uhr auf der Galopprennbahn Scheibenholz; Vorverkauf 8 Euro / Tageskasse 10 Euro; Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Infos auf www.strassenmusikeronstage.de.

Von Mark Daniel

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