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Tanztheater des Theaters Bielefeld mit „Herbstzeitlose“ von Rainer Behr auf der euro-scene Leipzig 2012

Tanztheater des Theaters Bielefeld mit „Herbstzeitlose“ von Rainer Behr auf der euro-scene Leipzig 2012

Lehm, Schlamm, Erdigkeit – das Tanzstück „Herbstzeitlose“ von Rainer Behr, das dieses Jahr im Rahmen der euro-scene Leipzig in der Peterskirche zu sehen war, beginnt mit einer besonderen Kraft in ursprünglicher Farbigkeit als eine Frau die Bühne betritt.

Sie steht inmitten einer dunklen Schuttlandschaft in ihrem leichten beigen Kleid und scheint zerbrechlich. Aus diesem Anfang scheint viel erwachsen zu können und es steigt die Spannung zwischen Lebendigkeit und Vergehen, die das Bühnen- und Kostümbild in seiner Anmutung vertritt.

Leider wird diese Spannung nicht gehalten. Tänzer betreten nacheinander die Bühne, es folgt Sequenz auf Sequenz – tänzerisch und musikalisch. Trotz der vielen neuen Anfänge wird man doch das Gefühl nicht los, dass das Tanzstück von Rainer Behr, Mitglied des Wuppertaler Tanztheaters Pina Bausch, nicht beginnt. Die Tänzer arbeiten ihr Pensum ab, das manchmal langsame, manchmal schnelle Choreographien beinhaltet und „passend“ dazu, wie bei einem Musikschulklassenabend, von bedächtiger oder treibender Musik begleitet wird. Rainer Behr führt viele Kniffe ein, die einfallsreich wirken sollen und dennoch wenig transportieren, wenn zum Beispiel alle neun Tänzer ein selbstgeschaffenes Hindernis aus Tischen und Stühlen überqueren, ohne dabei ihre Spur zu verlieren.

Und dann passiert etwas Erstaunliches. Die Tänzerinnen steigen in bodenlange weiße Röcke, die Tänzer liegen zu ihren Füßen und scheinen aus den Röcken geboren zu werden. Mit dieser Geburt werden auch die tänzerischen Emotionen geboren, das, was bis dahin dem Stück gefehlt hat. Die Tänzer kommen ins Gefühl, arbeiten nicht mehr nur ihre Choreographien ab, sondern tanzen sie. Die anfängliche Kraft beginnt zu wirken und es ist eine Freude, ihnen zuzusehen, wenn alle Tänzer energiegeladen immer wieder von hinten auf das Publikum zukommen und ja – tanzen.

Was bleibt ist ein Abend, der spät begonnen hat, um tänzerisch zu blühen – ganz im Sinne der Herbstzeitlose.

Anna Maria Ibenhain

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