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Thari Kaan von Far Or Near: „Wir passen einfach perfekt zusammen“

Interview Thari Kaan von Far Or Near: „Wir passen einfach perfekt zusammen“

Ein Feuerwerk aus Prog-Metal und Post-Rock legt die Leipziger Band Far Or Near mit ihrem Debütalbum „Aporia“ vor. Vor der Release-Party am Samstag im UT Connewitz haben wir mit Sängerin und Bassistin Thari Kaan gesprochen.

„Never touch a running system“: Røbby Kranz, Richard Syhre und Thari Kaan (von links).

Quelle: Sandrino Donnhauser

Leipzig. Bereits als die Leipziger Band Far Or Near vergangenes Jahr eine Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung des Album­debüts gestartet hatte, war abzusehen, dass da Großes im Entstehen war. Das Ergebnis liegt nun vor, nennt sich „Aporia“ und bestätigt die Annahme glänzend. Ein Feuerwerk aus Prog-Metal und Post-Rock, Tracks, die komplex strukturiert und dank mächtiger Melodiebögen trotzdem zwingend eingängig sind: Am Samstag kann man sich im UT Connewitz davon überzeugen, dass hier ein ganz heißes Eisen auf dem Amboss liegt. Vorab haben wir die Sängerin, Songschreiberin und Bassistin Thari Kaan nach Einzelheiten gefragt.

Seit wann seid ihr gemeinsam unterwegs?

Wir haben 2015 angefangen, damals noch zu viert. Wir haben aber rasch gespürt, dass nicht alle unseren Traum, irgendwann nur Musik zu machen, mit gleicher Kompromisslosigkeit verwirklichen wollten. Und dann waren wir nur noch drei, und ich habe meine geliebte Gitarre gegen einen Bass getauscht.

Man hört dir die Saiteneinsteigerin auf dem Instrument nicht an, wenn du es energisch malträtierst.

Danke für die Blumen. Aber ich denke, da ist noch Luft nach oben.

Eure vielschichtigen Songs entstehen sicher nicht auf dem Waldspaziergang mit der Wanderklampfe.

Die Texte und Melodielinien kommen von mir, das Riffing und die Songstruktur erarbeiten wir zusammen. Ich muss da nichts erklären, Røbby Kranz an der Gitarre und Richard Syhre am Schlagzeug spüren instinktiv, was ich ausdrücken will, was für ein Tempo oder ein Riff der Song an genau dieser Stelle braucht. Manchmal werde ich gefragt, ob wir uns nicht noch mehr Musiker in die Band holen wollen, um unseren Anspruch besser umsetzen zu können. Aber wir passen einfach perfekt zusammen. Never touch a running system!

Du bist seit drei wunderschönen Konzerten in der Moritzbastei Sängerin von Phillip Boas Voodooclub. Wie kam es dazu?

Boa suchte gerade eine neue Sängerin, und die MB hat ihm wie jedes Jahr Musik der Bands geschickt, die seine Weihnachtskonzerte eröffnen sollen. Und ich hatte eines Tages plötzlich einen Anruf.

Boa gilt als nicht gerade einfach im Umgang.

Ich habe davon gehört. Mir gegenüber ist er wirklich sehr unkompliziert, freundlich und zuvorkommend. Es macht viel Spaß, mit den alten Hasen unterwegs zu sein. Wir haben im Übrigen vereinbart, dass ich nicht so viel über den Voodooclub spreche. Das muss Phillip schon selber machen.

Eure Lieder tragen ungewöhnliche Namen. Die taufrische zweite Singleauskopplung, ein prächtiger Postrocker mit epischem Finale, heißt „Fovea“. Ohne Bruder Google werden die wenigsten wissen, dass es sich hier um einen Begriff aus der Ophthalmologie handelt. Das erste Video heißt „Thymesis“ …

… und bezieht sich auf das Krankheitsbild der Hyperthymesie: Menschen, die nichts vergessen können, was sie erlebt haben, kein einziges biographisches Detail aus ihrem Leben, so lange es währt.

Aha. Ist das Segen oder Fluch?

Genau darum geht’s. Ich rede nicht gerne über die Inhalte der Lieder, die sollen ja von der Musik transportiert werden. Doch ich mag es, den Songs bestimmte Namen zu geben, die sinnbildlich für die Botschaft stehen, aber im Text und auch in der Umgangssprache gar nicht vorkommen. Diese Namen sollen auch nichts erklären. Mit den Bandkollegen rede ich natürlich über meine Texte, die müssen sie ja auch singen.

Am Samstag ist Release-Party im UT Connewitz!

Wir freuen uns sehr drauf. Es ist auch ziemlich stressig, denn wir organisieren alles selbst. Wir werden die polnische Post-Rock-Band „Tides From Nebula“ zu Gast zu haben, die wir sehr verehren. Sie sind natürlich schon ein ganzes Stück weiter als wir, wir machen also ein Doppelkonzert und überlassen ihnen den Platz an der Spitze. Seit Montag verteilen wir in Connewitz auf der Wolfgang-Heinze Straße in drei verschiedenen Locations Origamivögel, die so wie der Vogel vom Albumcover aussehen. Wer einen findet, ist zum Konzert eingeladen!

Far Or Near: Aporia (Kick The Flame/Broken Silence); Record-Release-Party und Konzert von Tides From Nebula, Samstag, 20 Uhr, UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Straße 12a), Vorverkauf 12 Euro

Von Lars Schmidt

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